Dieses Bild (und auch die kleinere Version unten am linken Rand) darf natürlich von jedem geklaut und verbreitet werden. Wir müssen die arme Ursel vor den bösen Bloggern schützen! Gemeinsam sind wir stark!
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Bei der Süddeutschen gibts einen Kommentar zum französischen Hadopi-Beschluss.
Nachdem die Kinderhilfe herausgefunden haben will, dass 92 % der Deutschen für die Internetsperren sind, stellt Mogis die berechtigte Frage: Wie genau war die Fragestellung?
Netzpolitik.org hat was Interessantes zum Thema “Überwachung im Betrieb” – Zitat einer Studie: “Die Unternehmen spionieren ihre Lohnabhängigen deutschlandweit aus.”
Torsten Kieslich hat aus den Fragen an die Ministerien zu den KiPo-Sperren ein Gesellschaftsspiel gemacht ;)
Der liebe Klarseher ist der Meinung, dass in Süddeutschland ein Krieg stattfindet. Sein Beitrag gewinnt mal wieder den Preis für den Schwachsinn des Tages.
Ich habe mir wirklich überlegt, ob ich den ESC einfach übergehen sollte. Letztendlich kann ich mir aber doch nicht verkneifen, meinen Senf dazuzugeben.
Zunächst einmal: Es war musikalisch zwar wirklich grauenhaft, hatte dafür aber hohen Unterhaltungswert.
Russland hat sich ja wirklich Mühe gegeben. Während draußen homosexuelle Demonstranten niedergeknüppelt wurden, wurde drinnen der halbe Cirque du Soleil angekarrt und der letztjährige Gewinner abgeseilt. Danach übernahmen die Moderatoren das Ruder – für den Rest des Abends durften wir einen gezwungen fröhlichen jungen Mann und eine Schaufensterpuppe mit leerem Blick bewundern, die geistreiche Kommentare zu den einzelnen Auftritten abgaben.
Aber auch der deutsche Kommentator war nicht ohne, da durfte man sich Perlen der Weisheit wie “Das wäre jetzt sicher sehr lustig gewesen, wenn man russisch könnte” anhören.
Besonders schön waren mal wieder die Bühnenshows: Da gab es beispielsweise einen Heile-Welt-Hintergrund wie aus einem Kinderbuch für Portugal, tanzende Wasserleichen für Kroatien oder die Vampirshow für Moldawien. Anderswo flog mal eben ein Delphin im All umher – weswegen auch immer – und die Ukraine versuchte mit ein paar bizarren Gladiatoren zu punkten. Auch der grüne Glitzerspiderman für Albanien war wirklich amüsant und für Finnland pseudorappt ein Opi vor brennenden Mülltonnen.
Auch an Schleimbeuteln hatte der ESC mal wieder einiges zu bieten. Neben Deutschlands Oscar war vor allem der griechische Interpret das eine oder andere Igitt wert – das Hemd aufgeknöpft bis zum Nabel und viel zu kurz, die Hose ausgestopft und das alles in einem strahlenden Weiß.
Wenn euch einige der Songs höchst bekannt vorkamen, ist das kein Wunder. Dänemark hat seinen eigenen Ronan-Keating-Verschnitt ins Rennen geschickt, beim finnischen Auftritt kam man sich plötzlich vor wie bei einem DJ-Bobo-Konzert, und auch die türkischen und spanischen Songs erinnern uns an irgendetwas… ach ja, an die letzten ESC-Jahre. Auch die Melodie des Beitrags aus Bosnien-Herzegowina kommt mir wahnsinnig bekannt vor… ich bin für jeden Tipp dankbar, der mir da weiterhilft :)
Letztendlich hat dann Norwegen gewonnen: Ein unschuldiger Geigenspieler hat mit seinem braven Liedchen ein Rekordergebnis eingefahren. Und ich frage mich immer noch warum. Ich will nicht sagen, dass der Sieg unverdient ist – so groß war die Konkurrenz nun wirklich nicht. Aber so dolle war der Song nun auch wieder nicht, dass beinahe die doppelte Punktzahl des Zweitplatzierten gerechtfertigt wäre. Nun, das bleibt wohl eines der großen Geheimnisse der Menschheit…
Bei Popkulturjunkie gabs übrigens einen netten Liveblog mit allen Scheußlichkeiten zum Nachlesen :)
Der Hack der Homepage der Deutschen Kinderhilfe lässt anscheinend die Gemüter ein bisschen hochkochen…
Was ich von diesem Blödsinn halte, habe ich ja schon klar gemacht – und ich bleibe dabei, auch wenn der eine oder andere meint, mich deshalb beleidigen zu müssen.
Allerdings habe ich auch schon an verschiedenen Ecken gehört, dass der Hack von der Kinderhilfe selbst vorgetäuscht worden sein soll. Auch wenn ich das nicht vollkommen ausschließe, halte ich es doch für um einiges wahrscheinlicher, dass da tatsächlich ein Zensurgegner übers Ziel hinausgeschossen ist.
Überlegt doch mal: Wenn ihr von der Kinderhilfe wärt, würdet ihr tatsächlich auf eure eigene nicht ganz so reine Weste hinweisen? Würdet ihr tatsächlich Links zu Argumenten gegen die Sperren setzen, die eure eigenen Argumente vollkommen entkräften?
Wenn die Kinderhilfe wirklich einen Hack vortäuschen wollen würde, würde sie zwar erkennen lassen, dass das die bösen Sperrgegner waren, aber sie würde sich doch nicht in die eigene Suppe spucken. Und die umgestaltete Homepage war ja ganz offensichtlich eine Weile online – da gucken doch potentielle Befürworter der Unterschriftenaktion! Wieso haben die Mitarbeiter die Seite nicht nach kurzer Zeit vom Netz genommen? Die Geschichte mit dem Hack hätten sie genau so aufbauschen können.
Ihr seht also, die Geschichte mit dem selbst initiierten Hack hat einige Lücken.
Dann lese ich auch immer wieder, die Kinderhilfe hätte es verdient. Entschuldigt mal, was ist das denn für ne Aussage? Die Kinderhilfe scheint zwar einiges an Dreck am Stecken zu haben und ihre Aktion ist mehr als fragwürdig, aber wir kämpfen hier für den Rechtsstaat. Zu illegalen Mitteln zu greifen macht uns unglaubwürdig. Wenn wir das tun, sind wir nicht viel besser als die Kinderhilfe – nur weil uns ihre Methoden nicht gefallen, müssen wir uns nicht auf das gleiche Niveau herunterlassen.
Noch viel dümmer finde ich allerdings die Aussage, der Hack sei durch Art. 20 IV GG gerechtfertigt. Vielleicht solltet ihr das Grundgesetz noch mal lesen:
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Zunächst einmal: “wenn andere Abhilfe nicht möglich ist”. Noch leben wir in einer Demokratie. Wir können der Kinderhilfe den Mittelfinger zeigen. Dass manche Menschen so schlecht informiert sind, dass sie den Mist der Kinderhilfe einfach glauben, und dass die Kinderhilfe bewusst desinformiert, bedeutet nicht, dass andere Abhilfe nicht möglich ist. Auch wenn der Staat durch dieses Gesetz die Gewaltenteilung in diesem Bereich faktisch abschafft, ist Art. 20 IV GG erst dann gegeben, wenn auch das Bundesverfassungsgericht nichts unternimmt.
Abgesehen davon müsst ihr euch nur ein paar Stunden in grundlegendes Verfassungsrecht einlesen, um zu realisieren, dass mit diesem Artikel ausschließlich staatliche Organisationen gemeint sind. Nur diese haben überhaupt die Möglichkeit, die Gewaltenteilung abzuschaffen – die Kinderhilfe könnte sich auch für die Abschaffung der Menschenwürde einsetzen, Art. 20 IV GG würde trotzdem nicht greifen. Und sie kann auch nichts “unternehmen, diese Ordnung abzuschaffen”. Sie kann sich dafür einsetzen, aber das ist etwas anderes.
Und auch die Aussage, der Hacker hätte mehr erreicht als die ganzen “Gutmenschen” und Petitionsunterschreiber, ist absoluter Schwachsinn. Was hat dieser Honk denn bitte erreicht? Er hat die Homepage lahm gelegt, ganz toll. Die Kinderhilfe nimmt mit Sicherheit schon Anlauf, uns alle als Hacker zu diffamieren – ihr denkt doch nicht wirklich, dass die Verantwortlichen sagen: “Ja, wir wurden gehackt, aber das war nur die Aktion eines Einzelnen. Die restlichen Gegner der Sperren von Kinder”pornographie” sind ansonsten unbescholtene Bürger.” Inzwischen kennen wir die Öffentlichkeitsarbeit der Kinderhilfe gut genug, oder?
Nun, die Homepage der Kindehrilfe ist immer noch down. Ich bin ja mal gespannt, wie sich das auf die öffentliche Stellungnahme auswirkt…