Datenhandel deluxe

Wenn Unternehmen ihre Daten an andere Unternehmen weitergeben, dann ist das böse. Wenn Staaten ihre Daten an andere Staaten weitergeben, dann ist das… ganz doll wichtig zur Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität.

Deshalb hat die Bundesregierung unsere gesammelten BKA-Daten gestern ins nächste Flugzeug in die USA gesetzt. Die US-Behörden kann jetzt online auf alle unsere gespeicherten Daten zugreifen. Ist das nicht schön? Endlich sind Terrorliste, DNA-Datenbanken und Fingerabdrucksdatenbanken mal zu etwas gut!
Wenn die US-Behörden es für besonders relevant halten, können sie auch gleich Informationen über politische Überzeugungen, Rasse, Gesundheit oder das Sexualleben erhalten.
Genannt wird das dann “Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität”. Wie genau “schwerwiegende Kriminalität” definiert ist, das weiß auch keiner so genau. Ist aber auch nicht so wichtig. Gut, der Schaar findet das schon wichtig, aber der heult eh immer rum, wenn es um diesen völlig überflüssigen Datenschutz geht!

Aber keine Sorge, unsere Daten werden garantiert nicht missbraucht – so etwas macht die USA nämlich nicht. Und falls sie es doch tun wollen, haben wir ja unseren Beschützer, den Bundestag. Der mahnt die US-Behörden nämlich an, die Daten restriktiv zu behandeln. Puh, noch mal Glück gehabt.

Ausgehandelt wurde das ganze von Mama Merkel und ihrer Bundesregierung. Der Bundestag hat das dann ganz brav abgenickt. Ja, die große Koalition hat auch ihre Vorteile, die Opposition hat einfach keine Chance, irgendetwas zu verhindern. Das ist gelebte Demokratie!

Terrormobs

Flashmobs are the new Terroristencamps. Oder so ähnlich.

In Karlsruhe machte die Bundeswehr Anfang dieser Woche ein bisschen Propaganda. Da wurden ein Panzer und ein Riesentruck aufgefahren, um die lieben kleinen Schüler für die Bundeswehr zu begeistern (“Ihr müsst zwar eventuell ein paar Leute tot schießen, aber dafür dürft ihr vielleicht in so einem ultracoolen Panzer fahren!”).

Dagegen wurde ein Flashmob organisiert. Die Aktion war ganz offensichtlich sehr bedenklich:

Nimm Kreide mit und komm am Dienstag, 30.Juni kurz vor 17 Uhr auf den Marktplatz, um 17:00 Uhr läßt du dich laut oder leise, theatralisch oder einfach so, auf den Boden fallen, und “stirbst”.
Unbeweglich bleibst du bis 17:02 Uhr liegen. Zu dieser Uhrzeit werden die Glocken vom Rathaus anfangen zu läuten.
Der Beginn des Läutens ist für dich das Signal zum Aufstehen.
Mit der Kreide malst du anschließend (d)einen Körperumriß auf den Boden und verschwindest im Getümmel..

Klingt gefährlich, was? Genau das dachte sich die Polizei ganz offensichtlich auch. Die wartete nämlich schon in voller Kampfmontur auf die Flashmobber und nahm die Personalien aller mutmaßlichen Teilnehmer auf. Einen genauen Erfahrungsbericht findet ihr auf dem Blog des grünen Bundestagskandidaten Jörg Rupp.

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