Das unglaublich interessante Leben des unglaublich berühmten Boris Becker

Ich glaube, mir wird schlecht: Ex-Tennisstar Boris Becker, der in den letzten Jahren eigentlich nur noch mit seinen dubiosen Affären und Besenkammergeschichten von sich reden macht, hat jetzt seinen eigenen Online-Video-Kanal. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, bei der Bild. Dort zeigt er “private Clips” rund um sein Leben und seine Liebe. Ich glaube, es existiert wirklich nichts auf der Welt, was mich so sehr interessiert wie das Leben eines abgehalfterten Extennisspielers, der verzweifelt versucht, sein Leben an die Boulevardpresse zu verkaufen.

Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich immer wieder, was so toll an Prominenten sein soll. Da wird ein dermaßener Personenkult um jemanden veranstaltet, der inzwischen eigentlich nur noch dadurch bekannt ist, dass die Medien über jeden Schritt dieser Person berichten – da beißt sich die Katze doch selbst in den Schwanz. Nehmen wir als Beispiel mal Boris Becker. Vor 10 Jahren hat er sich vom aktiven Profisport zurückgezogen. Trotzdem nimmt die Boulevardpresse jede Affäre und jeden öffentlichen Auftritt von ihm als Anlass, von ihm zu berichten. Ich persönlich habe den guten Boris eigentlich immer nur als unrasiertes, allgegenwärtiges Rotgesicht erlebt, der mal wieder irgendwo auf der Welt eine bis dahin völlig unbekannte Frau in einer Besenkammer geschwängert hat und die danach auch wahnsinnig berühmt war. Oder den man bei Stefan Raab schlagen oder im Poker besiegen durfte.
Dabei ist das noch nicht mal das schlimmste Beispiel: Noch viel lustiger ist der Personenkult um irgendwelche Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie berühmt sind – oder warum. Diese ganzen unsäglichen Z-Promis wie die grauenhafte Kader Loth, die uns als berühmte Society-Lady verkauft wird und die nur deshalb noch nicht wieder in ihrem Loch verschwunden ist, weil zig “Lifestyle”-Magazine nicht müde werden, über diese Frau zu berichten. Oder irgendwelche seltsamen Adeligen wie Xenia von Sachsen oder dieser Unsympath, der bei “Die Burg” der ach so berühmten Kader in den Waschzuber gepinkelt hat und dessen Namen ich zum Glück nicht mehr weiß. Warum zur Hölle sind diese Menschen so allgegenwärtig? Weil RTL sonst Probleme hätte, Leute für ihr Dschungelcamp zu finden?

Gut, vielleicht gibt es tatsächlich Leute, die sich gerne das Leben von Boris Becker anschauen. Es gibt schließlich auch genug Gala-Leser und taff-Fans.

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Herzlichen Glückwunsch :)

Hin und wieder hält die Welt auch gute Nachrichten bereit: Der NPD-Blog hat den 3. Platz beim Axel-Springer-Preis 2009 gewonnen (via). Manchmal erstaunt es mich doch, dass Axel Springer mehr als die Bild ist und auch mal seriöse journalistische Arbeit zu würdigen weiß – dass der NPD-Blog natürlich kein rechtsextremer Blog ist, sondern vielmehr gegen die NPD arbeitet, muss ich euch hoffentlich nicht erst erklären :)

Den prämierten Beitrag findet ihr hier. Herzlichen Glückwunsch!

Das schreckliche Schicksal der armen Annemarie

Arme Annemarie! Zuerst wurde sie bei DSDS – “Dieter Bohlen sucht den Supersabbeldeppen” – angeschissen und nun wird sie auch noch zu GZSZ abgeschoben. Kommentatoren des erschütternden Schicksalsberichts munkeln schon über ihre Deportation in den Big-Brother-Container. Doch damit nicht genug: Skrupellose Veranstalter planen bereits eine Annemarie-Freakshow auf deutschen Bühnen.

Dieser Blog fordert daher: Habt ein Herz für Annemarie! Schickt eine Petition an die Bundesregierung mit folgender Forderung:
Annemarie wird mit sofortiger Wirkung die gesuchte Supersabbeldeppin. Schließlich werden die erfahrungsgemäß relativ schnell von ihrem Elend wieder befreit. Alternativ wäre auch ein Moderatorenposten bei 9Live denkbar – somit wäre ihr Grundeinkommen gesichert und sie dürfte sich inmitten von Gleichgesinnten doch recht wohl fühlen.

Rettet Annemarie (und uns) vor dem skrupellosen Showbusiness!

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Piraterie in der EU

Die bösen Piraten wollen die EU entern – und gleich mal die Piraterie einführen! So liest sich das jedenfalls bei der Bild. Mehr zur Piratenpartei steht in diesem Onlineartikel jedenfalls nicht – und findet sich auch auf dem gesamten Bild-Onlineauftritt nicht. Wen interessiert es auch schon, dass die Piraten sich darüber hinaus vor allem für den Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und Transparenz in der Politik einsetzen – schließlich sind das böse Onlinepiraten! Raubkopierer! Satanisten!! StudiVZ scheint das im Übrigen ähnlich zu sehen – und hat gleich mal den Enterhaken gekappt. Auch sonst ist die Piratenpartei in offiziellen Kreisen anscheinend nicht sehr beliebt.

Ja, die Piraten machen sich Feinde wie echte Könner – und da ich sowieso so meine Probleme mit den etablierten Parteien habe, wird die Piratenpartei für mich immer interessanter. We will see…

Ach ja: Wer sich nicht auf die populistischen und abgelutschten Informationen der BILD zur Piratenpartei verlassen will, findet auf ihrer Website echte Informationen.

Die bösen bösen Killerspiele – mal wieder

Nachdem die Diskussion um die bösen bösen Killerspiele momentan ja wieder einmal aufgeflammt ist (und natürlich auch um die Droge World of Warcraft), wollte ich euch dieses schöne Video (via) nicht vorenthalten, das das Prinzip der “Killerspiele” erklärt und auch gleich mit allerhand Vorurteilen aufräumt.
Für den Bayrischen Innenminister Joachim Herrmann stehen Killerspiele übrigens auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie. Natürlich, virtuell auf andere Menschen zu schießen, ist mindestens so schlimm, wie sich an der Vergewaltigung von Kindern aufzugeilen – wenn nicht sogar schlimmer! Da war wohl grad jemand auf Toilette, als das Hirn verteilt wurde.

Übrigens versucht man neuerdings sogar, Paintballanlagen zu verbieten. Und Final Fantasy ist laut der BILD auch ein Killerspiel (mehr dazu bei Bildblog) – ja, auch bei dem Doppelmord in Tessin Anfang 2007 wurde die Killerspielkarte gezogen – womit ich jetzt wohl auch zur amokgefährdeten Killerspielerriege gehöre. Ich sollte gleich mal meine Freunde warnen, man weiß ja nie, ob ich nicht mit einem großen blauen Schwert auf sie losgehe.

BILD dir deine Grippe ein!

Maikswelt hat kommentiert, dass die Schweinegrippepanik wohl schon etwas nachgelassen hat – was sollen wir jetzt nur tun? Wir wollten doch unbedingt Angst, Panik und neue Fernsehformate!

Keine Sorge, die BILD hilt uns. Mit dem wunderschönen Logo “Schweinegrippe – die weltweite Seuche” trifft sie genau den Nerv der Zeit und bestätigt zudem, was wir insgeheim schon wussten: KEINE VORZEITIGE ENTWARNUNG! Wer hört denn da schon gerne auf Experten – “Schweinegrippevirus nicht so gefährlich wie befürchtet” gibt halt einfach keine anständige Schlagzeile ab.
Wer jetzt noch immer nicht genügend Angst hat, kann sich auf einer hübschen Verbreitungskarte davon überzeugen, dass ihn die schweinische Bedrohung bereits eingekreist hat. Außerdem erfährt man, dass die Schweinegrippe noch kein Killervirus ist – aber er könnte zu einem werden!!
Währenddessen kann man von einem deutschen Ehepaar erfahren, dass in Hongkong für eine Woche in seinem Hotel unter Quarantäne gestellt wurde – empört schildert unser zuverlässiges Nachrichtenmagazin die Lage der beiden. Nein, von Scheinheiligkeit kann hier nicht die Rede sein, nachdem sich die BILD ansonsten die größte Mühe gibt, uns die Schweinepanik näherzubringen. Wie können die Chinesen es auch wagen, zwei Deutsche einzusperren, nur weil sie die Schweinegrippe haben könnten? Das ist doch unsere Aufgabe!

Na, jetzt schön panisch? Dann geht am besten gleich einen Mundschutz und einen Jahresvorrat Tamiflu kaufen, bevor das Zeug vergriffen ist. Denkt daran, die Bildzeitung verkauft täglich um die 3,5 Millionen Zeitungen, ihre Leser sind mit Sicherheit schon unterwegs!

Und noch eine kleine Notiz am Rande: In Kanada scheint das erste Schwein mit der Grippe infiziert worden zu sein. Darf man DIE Grippe (tatatatam!) jetzt wieder offiziell Schweinegrippe nennen?

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