Darth Schäuble

Nachdem unsere geliebte CDU ihre Wahlplakate veröffentlicht hat, wurde am Montag von Netzpolitik der  Schäuble Remix-Wettbewerb ausgerufen – sein Plakat ist auch wirklich herzallerliebst.

Da hab ich mich nicht lumpen lassen und auch ein bisschen rumgespielt…

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Um eventuelle Abmahnungen aufgrund des Rechtsstreits mache ich mir keine Sorgen – ich denke, das ist auf jeden Fall ein freies Werk gem. § 24 UrhG. Zur gesetzlichen Lage gibt es im Übrigen auch eine sehr gute Analyse im Law Blog.

Der Höchstbietende

Die Grünen bieten eine Millionen neue Arbeitsplätze, die Linke setzte im Mai noch einen drauf und versprach zwei Millionen. Der neue Höchstbietende im eBay-Wahlkampf ist jedoch Steinmeier: Der SPD-Kanzlerkandidat offeriert mal eben 4 Millionen neue Jobs. Bis 2020 will er nämlich “mit kluger Politik” “die Arbeitslosigkeit besiegen”. Und er will “Deutschland zum “Silicon Valley umweltschonender Industrieproduktion”” machen. Aber die genauen Pläne erfahren wir ja dann morgen in seinem “Deutschland-Plan”.

Ja nee, ist klar. Politik war gestern, Kasperletheater ist heute. Und wer die SPD im September wählt und sich dann fragt, wo denn die vier Millionen Arbeitsplätze bleiben – dem möchte ich es gerne mit Münteferings Worten sagen: Es ist unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen.

Alles Super, SPD!

Ach, nur eine kurze Meldung, die ich eigentlich schon vor Tagen bloggen wollte:

Die Freie Union ist nicht der einzige Fall von akuter Promigeilheit. Ratet mal, wen sich die SPD ins Boot geholt hat? Die Supernanny Katarina Saalfrank! Und wie das aussieht, wenn unser Urselchen und die Supernanny aufeinandertreffen, das wissen wir ja:

Prominente Unterstützung von der Supernanny, die nun auch RTL-Abstinenzler auf den Wecker gehen und deutschlandweit Kinder traumatisieren (PDF) darf.

Ich frage mich ja, was als nächstes kommt. Markus Majowski macht Werbung für die CDU, die Supernanny unterstützt die SPD und die Freie Union hat Kader Loth. Um dagegen anzukommen, sollten sich die FDP und die Grünen am Besten auch prominente Unterstützer suchen. Dieter Bohlen als potentieller Kultusminister wäre noch frei. Und Peter Zwegat wird der neue Finanzminister. Juhu!

Fremdschämen

Kennt ihr das Phänomen des Fremdschämens? Man sieht oder liest etwas, das so peinlich ist, dass man es einfach nicht ansehen kann. Dieses Phänomen sorgt dafür, dass ich keine Talkshows ansehen und keine CSU-Reden anhören kann.

Werbung sorgt bei mir nur selten für diesen Effekt (wobei die Vanish-Werbung schon sehr grenzwertig ist). Wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht einfach abgestumpft. Die neue Vodafone-Werbung ist allerdings dermaßen peinlich, dass ich allein beim Anschauen gerne ein wenig sterben würde:

Für den Spot wurden übrigens über 20 Millionen Euro ausgegeben. Für das Geld hätte ich mir auch ein wenig Blödsinn ausdenken und verwirklichen können, kein Problem.
Vorzeige-”Netizen” ist mal wieder Sascha Lobo. Den kannte ich übrigens gar nicht, bevor die NEON einen Artikel darüber gebracht hatte, wie bedeutend der doch ist. So kann man auch jemanden hypen – “Boah, der muss aber wichtig sein! Alle schreiben nämlich, dass der total wichtig ist!”.

So richtig fies ist allerdings der Vodafone-Blog-Eintrag: Da wird tatsächlich über die “Generation Upload” schwurbuliert und dass man sich mit Hilfe von Vodafone selbst verwirklichen könnte.

Die „Generation Upload“ ist Herr über ihre Zeit. Sie nutzt moderne Kommunikationstechnologien nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr als Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Es sind normale Menschen wie Du und ich. Und doch oder gerade deswegen sind sie die Helden von heute.

Boah, yeah, ich bin eine Bloggerin und deshalb bin ich eine Heldin! Bekomme ich jetzt auch ein Cape und eine coole Maske?
Aber hey, Vodafone ist selbst ja auch sowas von “Web 2.0″ und “Generation Upload” – man kann ihnen sogar auf Twitter folgen (wer auch immer das tun möchte…) und sie bei Facebook adden! Und der Lobo, der ist ja auch total “Generation Upload” und nutzt das “Empowerment” von Vodafone (Empowerment? WTF?).
Ja, da wird grad ein ganz neues, voll hippes Image aufgebaut – und plötzlich sind wir alle Helden und kaufen jetzt nur noch Vodafonezeugs. Thomas Knüwer hat sich darüber auch schon schön ausgelassen.

Vodafone ist nebenbei auch einer der Provider, der Urselchens Zensurverträge freiwillig unterschrieben hat. “Empowering” BKA. Aber das nur am Rande.

Bah. Noch nie war mir mein Handyvertrag so peinlich.

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Und auch in Österreich ist Atheismus kein Problem…

Die atheistische Buskampagne hat hierzulande ja leider keinen einzigen Verkehrsbetrieb gefunden, der sich die Werbung auf die Busse pappen lassen wollte. Das ist schon ein ziemliches Armutszeugnis unserer Verkehrsbetriebe – schließlich hat das auch in England, Kanada, den USA, Spanien, Italien und den Niederlanden geklappt. Und neuerdings fährt der atheistische Bus auch in Wien. In München darf ich mich stattdessen ausschließlich durch Plakate belästigen lassen, die mir einreden wollen, ich bräuchte Jesus zur Erlösung. Na, vielen Dank auch, liebe MVG.

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