Juhu, der gottlose Bus kommt auch nach München!

Ach, das ist doch schön. Nachdem ich schon dachte, in Bayern müssten wir auf diese großartige Buskampagne verzichten, haben die Drahtzieher dieser Kampagne einfach kurzen Prozess gemacht und einen Doppeldecker angemietet, mit dem sie durch die meisten großen deutschen Städte touren und dort kostenlose thematische Stadtrundfahrten anbieten. Die Termine gibts hier. Vielen Dank an den Religionsfrei-Blog, der mich darauf aufmerksam gemacht hat!

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Veröffentlicht in Netzfundstücke, Religion und Atheismus. Schlagwörter: . 6 Comments »

6 Antworten to “Juhu, der gottlose Bus kommt auch nach München!”

  1. dunkelangst Says:

    Einige Teile meiner Familie bzw. von meinen Bekannten sind streng christlich (sowohl Katholiken als auch Protestanten) und andere Teile meiner Familie bzw. Bekannten sind die absoluten Atheisten und wieder anderen ist es einfach egal .

    Nach 27 Jahren Kritik von allen Seiten zu diesem Thema gehen mir sowohl die Christen, die jeden Bekehren wollen, als auch die Atheisten, die jeden sagen wollen, dass es (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott gibt.

    Ich zitiere mich an dieser Stelle einmal aus meinem Blog [1]:

    Wenn man sich als Blogger herausnimmt, Missstände der Gesellschaft, von Politik oder von Distributionen öffentlich zu kritisieren, kann man mit zwei grundsätzlichen Reaktionen rechnen:

    Zustimmung bei den Betroffenen, geschädigten und genervten Menschen
    Ablehnung bei den Bloßgestellten und Kritisierten
    Beide Formen der Reaktionen sind jedoch nur oberflächlich haben aber in der Tiefe etwas gemeinsam:

    Sie lassen alles so, wie es ist wodurch beide Seiten an ein und dem selben Strang ziehen. Beide Parteien sitzen im selben Boot namens “Status quo“.

    Ich finde einfach, dass sich jeder selbst mit dieser Frage beschäftigen sollte. ;-)

    Ich denke, wenn es einen Gott gibt, dann muss man über ihn sprechen. Man sollte doch nur über etwas reden was auch existiert, denn alles andere ist Zeit und Gedankenverschwendung. Dieser Fakt liegt einfach auf der Hand, dass er eigentlich keiner weiteren Erklärung bedarf.

    Wenn es keinen Gott gibt, weshalb muss man dann dauernd über ihn (den es ja nicht gibt) sprechen? Diesen Sinn habe ich noch nicht verstanden. Kein Atheist konnte mir bisher zufriedenstellend diese Frage beantworten. Und auch dieser Beitrag kommt mir diesbezüglich ziemlich destruktiv herüber.

    Glaubst du wirklich, dass auch nur ein einziger wegen dieser Aufschrift auf dem Bus seinen Glauben in die ein oder andere Richtung ändert?!

    Zusammengefasst finde ich die Bus-Werbe-Aktion einfach nur sinnlos. Auch als Atheist könnte man das Geld der Werbekampagne besser einer gemeinnützigen Organisation spenden. Ein SOS Kinderdorf, der CCC, Greenpeace, der WWF oder auch ein Tierschutzverein könnte mit dem Geld wesentlich sinnvollere Dinge anfangen.

    Aber das macht mit Sicherheit nicht so viel Spaß. ;-)

    [1]: http://www.dunkelangst.org/2008/09/16/status-quo/

    • nothingelse89 Says:

      Ich bin der Meinung, dass sämtlichen religiösen und weltanschaulichen Ansichten ins Privatleben gehören. Doch damit das passiert, muss erst einmal darüber diskutiert werden – das kann jedoch nicht funktionieren, so lange der Theismus immer noch als Normalzustand angesehen wird, Religionsunterricht in der Schule gelehrt wird und Kirchen in Deutschland allgemein eine zu hohe Machtposition einnehmen. Das ist eigentlich die wichtigste Aufgabe dieser Kampagne, sie soll zur Diskussion anregen und die Leute dazu bringen, sich damit zu beschäftigen, dass es eben auch eine Alternative gibt.

      Theoretisch bräuchte die Behauptung „Gott“ keinerlei Diskussionen. Da eine Existenz Gottes in meinem Leben keine Rolle spielt, könnte ich sehr gut leben ohne ihn auch nur ein einziges Mal zu erwähnen. Das ist in unserer Gesellschaft aber nicht möglich – als bekennende Atheistin muss ich mich oft rechtfertigen und mir vorwerfen lassen, dass ich ohne Gott keine Moral hätte. Und das ist nur der persönliche Aspekt.
      Selbst wenn ich keine Kirchensteuer zahle, gehen doch Steuergelder von mir an die Kirche. In Bayern gibt es sogenannte Konkordatslehrstühle, die nicht an einer theologischen Fakultät angesiedelt sind, bei denen die katholische Kirche ein Einspruchrecht hat. Es gibt christliche Parteien und evangelikale Christen, die einen Gottesstaat fordern. Die gute Frau von der Leyen war Schirmherrin des Christivals und fordert Eltern auf, ihre Kinder religiös zu erziehen.

      Religion ist eben keine Privatsache. Und deshalb muss ich als Atheistin auch über meinen Nicht-Glauben und über Gott reden.

      Die Buskampagne zielt nicht darauf ab, gläubige Menschen zu bekehren. Das ist auch gar nicht möglich, da Glaube wissenschaftlich nicht zugängig ist. Man kann einem Gläubigen noch so gute Argumente gegen seinen Glauben liefern, er wird dadurch nicht zum Atheisten. Er glaubt eben. Ich könnte einem Gläubigen die gesamte Bibel in seine Bestandteile zerlegen, er würde sagen, dass er es eben fühlt. Kein einziger überzeugter Christ/Moslem/was auch immer wird wegen dieser Kampagne seinen Glauben ändern.

      Aber sie bringt die Menschen zum Nachdenken. Sie zeigt anderen Atheisten, dass sie nicht alleine mit ihrer Weltanschauung sind. Sie regt zur Gleichberechtigung des Atheismus neben den anderen Religionen an – nicht gesetzlich, sondern im allgemeinen Weltbild. Und erst wenn alle Weltanschauungen wirklich gleichberechtigt sind, kann Religion auch Privatsache sein. Und daher finde ich, dass jeder Cent in dieser Kampagne gut angelegt ist :)

  2. Josef Sefton Says:

    Wer aufrichtig in der Bibel nach Gott sucht erfährt keinen üblen sondern einen wunderbaren Nachgeschmack!
    Wahrlich Gott kann gefunden werden Denn Gott hat uns so geschaffen dass wir Reinheit gut finden.

    Weil Gottes Charakter rein ist je selbstloser wir werden desto näher kommen wir zu Gott.

    Zum Beispiel wer ehrt seine Eltern tut etwas was sehr Gott ehrend ist und solches Benehmen hilft man empfindlicher für Gott zu sein. Der erster Schritt gehört Dir nach Gott zu machen. Viel Erfolg dabei.

  3. Missionierende Atheisten? « Die Welt, wie ich sie sehe Says:

    […] 15. Juni 2009 — nothingelse89 Nachdem Dunkelangst die durchaus berechtigte Frage nach dem Sinn der Buskampagne gestellt hat, habe ich mich entschieden, der ganzen Thematik einen […]

  4. dunkelangst.org » Blog » Gottlos glücklich? Says:

    […] bin in einem anderen Blog über einen Beitrag über den gottlosen Bus gestolpert. Schon die Aufschrift des Busses ist […]

  5. Frank aus München Says:

    Ich versteh die gläubigen Christen nicht…. Vgl. Josef Sefton… Wie kann er seinen Kommentar nur mit dieser Arroganz enden lassen… Hoffe, das ist ein Einzelfall.
    Andere Frage, die ich mir seit ganz langer Zeit stelle: Braucht es nicht eine ganze Menge an Reflexion und abstraktem Denken, um die christliche Ethik in eine säkulare Weltsicht zu übertragen und diese dann auch ohne eine unangefochtene Autorität außerhalb seiner selbst zu leben? Vielleicht etwas snobistisch, aber ist das gesellschaftsweit umzusetzten? Ich bin leider pessimistisch…
    Selbst irgendwas zwischen Agnostiker und Athesit,
    LG, Frank


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