Kinderhilfe löst Brechreiz aus

In der Hoffnung, auf einen Plan zu stoßen, wo die Kinderhilfe wann Unterschriften sammeln will, bin ich auf der Website dieser Organisation auf eine FAQ zur Aktion für KiPo-Sperren gestoßen. Ihr könnt sie euch hier durchlesen (PDF).

Ein paar persönliche Highlights möchte ich euch hier vorstellen:

Die Deutsche Kinderhilfe stellt klar, dass sie den Befürwortern der Online-Petition weder direkt noch
indirekt unterstellt für Kinder“pornographie“ im Internet zu sein.

Neeein, überhaupt nicht… Ihr stellt euch nur als Gegeninitiative dar. Die Formulierung “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab” ist überhaupt nicht diffamierend für die Gegner der Sperren… und auch eure Stellungnahmen unterstellen uns gar nichts, nein, überhaupt nicht...

Die Befürworter der Online-Petition stellen mit ihren Befürchtungen vor einer Zensur des Internets eine
überschaubare Gruppe unserer Gesellschaft dar.

WTF???

Wenn jedoch der User die Sperre umgeht, macht er mit gesteigerter
krimineller Energie deutlich, dass es ihm auf das Betrachten der Datei ankommt.

Das ist doch mal ein interessantes Statement. Da ja ausschließlich Kinderporno-Seiten geblockt werden, beweist jeder User, der sich einen alternativen DNS-Server einträgt, gesteigerte kriminelle Energie. Gut, vielleicht ist das Zitat ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen, aber ich wüsste nicht, wie ich es sonst deuten sollte.

Es geht hier nicht um Zensur. Zensur ist ein Verstoß gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.
Kinder“pornographie“ ist ein Straftatbestand! Es geht darum die Grundsätze, die im Presserecht und
für Druckwerke gelten, auch im Netz zu etablieren. Wird in einer Zeitung ein solches Bild gezeigt, wird
die Auflage eingezogen, gleiches muss für Internetseiten gelten.

Nochmal zur Erinnerung: Kinderpornographie ist bereits strafbar und darf auch im Netz nicht veröffentlicht werden. Und Sperren sind nicht mit dem „Einziehen“ von Zeitungen zu vergleichen. Genau so könnte man über kinderpornographische Zeitschriften am Kiosk ein Tuch legen und ein Schild aufstellen: „Das ist Kinderpornographie. Das darfst du dir nicht anschauen. Übrigens, wir wissen, dass du hierher geguckt hast.“

Diese Sperren sind nur für den zu umgehen, der mit krimineller Energie an kinder“pornographische“
Dateien gelangen möchte.

Eine dicke, fette Lüge. Und erneut die Kriminalisierung aller Menschen, die einen alternativen DNS-Server eintragen. Die Kinderhilfe beleidigt sowohl mich als Menschen als auch meinen Verstand. Ich könnte kotzen.

Das Gesetz macht den Providern außerdem keine technischen Vorgaben. Damit ist es im technischen
Bereich „offen“ und lässt Raum für den Einsatz effektiverer Sperrmethoden.

Sagt es doch gleich: Ihr wollt eine effektive Zensur Sperre. Ihr wollt Zwangsproxys, eine Umgestaltung der Internetstruktur und die Kriminalisierung sämtlicher Versuche, die Sperre zu umgehen.

Ganz ehrlich, jetzt ist mir schlecht. Diese selbsternannten Kinderschützer haben bei einem Fußballspiel am Mittwoch 2000 Unterschriften gesammelt. Bei einem Fußballspiel! Kinderhilfe löst Brechreiz aus.

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