Kinderhilfe wieder online…

Kinderhilfe.de ist inzwischen wieder online. Da hab ich mich natürlich gefragt, was die zu dem Hack zu sagen haben. Auf der Startseite findet sich nichts, aber unter News… lest selber:

Nachdem Befürworter der Online-Petition gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Kinder“pornographie“ in Kommunikationsnetzen mit einer regelrechten Schmutzkampagne gegen die Deutsche Kinderhilfe erfolglos versucht haben, den Auftakt der Kampagne „Stop! – Meine Unterschrift gegen Kinder“pornographie“ im Internet“ in der letzten Woche zu erschweren, wurde am Wochenende der Netzauftritt der Deutschen Kinderhilfe zunächst manipuliert und dann zum Absturz gebracht. Ab sofort können jetzt wieder Unterschriftenlisten herunterladen und ausgefüllt nach Berlin senden.

Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, zum Vorgehen gegen die Deutsche Kinderhilfe:

„Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass bei einem Thema, welches allen Menschen in unserer Gesellschaft, auch den Initiatoren der Online-Petition am Herzen liegt, nämlich beim Kampf gegen Kinder“pornographie“, eine sachliche Auseinadersetzung nicht möglich zu sein scheint. In den letzten Tagen musste die Deutsche Kinderhilfe eine regelrechte Schmutzkampagne im Internet  über sich ergehen lassen.

Persönliche Angriffe gegen Mitarbeiter, bis hin zum Vorwurf pädokrimineller Neigungen des Vorsitzenden sowie Anspielungen auf längst geklärte und aufgearbeitete Vorwürfe aus dem vergangenen Jahr dienten einzig dem Zweck, den Überbringer schlechter Nachrichten zu diskreditieren: Eine lautstarke und gut vernetzte Gruppe hat es durch die Mechanismen des Internets geschafft, Bedenken gegen das Gesetz so zu artikulieren, dass der falsche Eindruck entstand, es handele sich um die Meinung einer Bevölkerungsmehrheit.

Die Umfrage von Infratest dimap sowie die überwältigende Resonanz der Bevölkerung auf die STOP-Unterschriftenkampagne bestätigen jedoch, dass dieses Gesetz ein erster wichtiger Schritt im Kampf gegen Kinder“pornographie“ im Internet ist. Weitere Schritte, wie von der Deutschen Kinderhilfe seit Jahren gefordert, müssen folgen. Lesen Sie hierzu unseren Forderungskatalog.“

Besonders schön finde ich den ersten Absatz der Stellungnahme Ehrmanns und auch die Aussage „Eine lautstarke und gut vernetzte Gruppe hat es durch die Mechanismen des Internets geschafft, Bedenken gegen das Gesetz so zu artikulieren, dass der falsche Eindruck entstand, es handele sich um die Meinung einer Bevölkerungsmehrheit.“ ist wirklich unglaublich. Das ist so dreist, dass ich gar nicht weiß, was ich dazu sagen soll. Ganz großes Kino. Ich kann wirklich nur hoffen, dass diese Mitteilung ausschließlich auf der Website verbleibt.

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Links des Tages (18.5.)

Bei Youtube gibts nette Videos von der Bundestagsdebatte zu den Sperren. Besonderen Applaus gibts von mir für Jörn Wunderlich von der Linkspartei und Wolfgang Wieland von den Grünen, – ein ganz großes Bäh gibts dafür für Michaela Noll von der CDU („Ich sage, ich möchte das haben!“).

Guckt mal, eine Stoppseite. Mit gaaanz vielen weiterführenden Links :)

Deutschland, einig Datensammelland: Der Datenschutz-Blog hat mal aufgelistet, was bezüglich der Sammlung von Bürgerdaten immer wieder mal diskutiert wird und was es schon alles an Datenbanken gibt.

Ich geh dann mal ein paar beschreibbare DVDs bunkern – Toshiba hat nämlich andere Anbieter von beschreibbaren DVDs verklagt, weil die angeblich keine Lizenz haben. Scheiss auf den freien Wettbewerb – sollte Toshiba diesen Prozess tatsächlich gewinnen, dürften die Preise ordentlich angezogen werden.

Yay, die Telekom hat offenbar auch Bankdaten ausgespäht. Dazu fällt mir nur der grandiose Telekom-Song von Extra 3 ein.
Und wenn wir schon bei der Firmenbespitzelung sind: Die Gewerkschaft Transnet hat die Schnüffelabteilung der Bahn gleich ausgenutzt, um zu überprüfen, ob ihre Mitglieder auch brav ihre Mitgliedsbeiträge zahlen. Gewerkschaft, waren das nicht die Guten?? Ganz großes Pfui!

Und zu guter Letzt: Hier gibts die Satireseite, von der ich eigentlich dachte, sie sei vom Netz genommen worden – keine Ahnung, jedenfalls ist sie wirklich gelungen ;)

Oh, die FDP-Jugend will harte Drogen legalisieren. Hmm… mir flattern gerade Bilder von koksenden BWL-Studenten durch den Kopf. Nein, streicht das, hier geht es mit Sicherheit nicht um irgendwelchen Eigenkonsum.

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Die neuesten Entwicklungen in der Zensurdebatte

Betreiber von „Zensursula“-Seiten scheinen momentan nichts zu lachen zu haben. Aufgrund von persönlichen und rechtlichen Drohungen hat sich der Betreiber von zensursula.net gezwungen gesehen, die Seite vom Netz zu nehmen. Auch zensursula.de ist seit gestern (?) nicht mehr zu erreichen, bisher ohne Angabe von Gründen.
Wer genau hinter den Drohungen steckt, wurde leider nicht veröffentlicht. Mir drängt sich dabei allerdings die Frage auf: Wow, sieht sich die Regierung schon so in der Defensive, dass sie gegen den Spitznamen des armen Urselchens durch Bedrohung von Domaininhabern vorgehen muss?

Währenddessen wurde die Fragestellung zu der von der Kinderhilfe in Auftrag gegebenen Studie veröffentlicht – und wer hätte es gedacht, sie ist natürlich wie erwartet schön suggestiv und manipulativ:

Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet oder dagegen?

Dafür: 92%
Dagegen: 7%

(gefunden bei Netzpolitik.org)

Nun, wäre mir ohne Hintergrundwissen diese Frage gestellt worden, wäre ich auch dafür gewesen.

Die Homepage der Kinderhilfe scheint momentan wieder aufgebaut zu werden, zumindest braucht man zur Zeit ein Passwort, um auf die Seite zu gelangen.

Währenddessen hat eine Leserin von Spreeblick diese nette Jobanzeige gefunden. Sieht ganz so aus, als würde die Kinderhilfe für ihre Sammelaktionen PR-Jobber anwerben und mit 20 € Stundenlohn gut bezahlen. Ich würde natürlich niemals zu Störaktionen an dem genannten Termin (mit Ortsangabe!) aufrufen… so etwas tut man doch nicht… :)

Ach, beinahe hätte ich es vergessen: Die Gesellschaft für Informatik lehnt die KiPo-Sperren auch ab und ruft den Bundestag dazu auf, das Gesetz abzulehnen. Aber nachdem die mit Sicherheit keine Probleme mit dem Umgehen der Sperre haben, gehören sie ja auch zu den 20 % teils schwer Pädokriminellen, auf die man im Kampf gegen die Kinderpornographie nicht hören darf. Stimmts, Urselchen?

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