Die neuesten Entwicklungen in der Zensurdebatte

Betreiber von „Zensursula“-Seiten scheinen momentan nichts zu lachen zu haben. Aufgrund von persönlichen und rechtlichen Drohungen hat sich der Betreiber von zensursula.net gezwungen gesehen, die Seite vom Netz zu nehmen. Auch zensursula.de ist seit gestern (?) nicht mehr zu erreichen, bisher ohne Angabe von Gründen.
Wer genau hinter den Drohungen steckt, wurde leider nicht veröffentlicht. Mir drängt sich dabei allerdings die Frage auf: Wow, sieht sich die Regierung schon so in der Defensive, dass sie gegen den Spitznamen des armen Urselchens durch Bedrohung von Domaininhabern vorgehen muss?

Währenddessen wurde die Fragestellung zu der von der Kinderhilfe in Auftrag gegebenen Studie veröffentlicht – und wer hätte es gedacht, sie ist natürlich wie erwartet schön suggestiv und manipulativ:

Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Seiten im Internet. Kritiker befürchten eine Zensur und bezweifeln die Wirksamkeit solcher Sperren. Befürworter betonen dagegen, dass solche Sperren eine sinnvolle und wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Verbreitung solcher Bilder sind. Wie sehen Sie das: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Seiten im Internet oder dagegen?

Dafür: 92%
Dagegen: 7%

(gefunden bei Netzpolitik.org)

Nun, wäre mir ohne Hintergrundwissen diese Frage gestellt worden, wäre ich auch dafür gewesen.

Die Homepage der Kinderhilfe scheint momentan wieder aufgebaut zu werden, zumindest braucht man zur Zeit ein Passwort, um auf die Seite zu gelangen.

Währenddessen hat eine Leserin von Spreeblick diese nette Jobanzeige gefunden. Sieht ganz so aus, als würde die Kinderhilfe für ihre Sammelaktionen PR-Jobber anwerben und mit 20 € Stundenlohn gut bezahlen. Ich würde natürlich niemals zu Störaktionen an dem genannten Termin (mit Ortsangabe!) aufrufen… so etwas tut man doch nicht… :)

Ach, beinahe hätte ich es vergessen: Die Gesellschaft für Informatik lehnt die KiPo-Sperren auch ab und ruft den Bundestag dazu auf, das Gesetz abzulehnen. Aber nachdem die mit Sicherheit keine Probleme mit dem Umgehen der Sperre haben, gehören sie ja auch zu den 20 % teils schwer Pädokriminellen, auf die man im Kampf gegen die Kinderpornographie nicht hören darf. Stimmts, Urselchen?

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Veröffentlicht in Politisches und Volksverdummung. Schlagwörter: , . 1 Comment »

Eine Antwort to “Die neuesten Entwicklungen in der Zensurdebatte”

  1. mika|volucer Says:

    hmmm, netter stundenlohn und ein beispiel, was es der kinderhilfe wert ist. immerhin hat sie für die umfrage bei infratest ja auch schon in die tasche gelangt.
    nun frage ich mich natürlich, ob die kinderhilfe nicht genug eigene mitarbeiter hat um diese aktion durchzuführen.


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