Mädchenmucke

Auf Julias 49 Suns Blog habe ich was Nettes entdeckt: Die angebliche Lieblingsmusik der Frauen und Männer, zusammengestellt für die Chartshow von RTL. Das ganze wurde anscheinend auf zwei netten Doppel-CDs vermarktet – jeweils 25 Lieblingssongs plus 25 zusätzliche Liederchen.

Nun, dass ich zwar nicht gerade eine Exotin bin, aber doch eher die Ausnahme der Regel bin, was meinen Musikgeschmack angeht, wusste ich ja schon vorher, aber jetzt habe ich es auch noch schwarz auf weiß.

Ich bin einfach mal so frei und markiere die Songs, die ich mag, grün, und die, die ich nicht ausstehen kann, rot.

Zunächst einmal die Frauen-CD:

  1. Bill Medley + Jennifer Warnes: (I’ve Had) The Time Of My Life (aus Dirty Dancing)
  2. Aerosmith: I Don’t Want To Miss A Thing (aus Armageddon)
  3. Bryan Adams: (Everything I Do) I Do It For You (aus Robin Hood – König der Diebe)
  4. Bon Jovi: It’s My Life
  5. Dr. Alban: It’s My Life
  6. Amy MacDonald: This Is The Life
  7. Kelly Clarkson: Because Of You
  8. Whitney Houston: I Will Always Love You (aus Bodyguard)
  9. Silbermond: Das Beste
  10. Sunrise Avenue: Fairytale Gone Bad
  11. Ich und Ich: Vom selben Stern
  12. Sinead O’Connor: Nothing Compares 2 U
  13. Melanie Thornton: Wonderful Dream
  14. No Doubt: Don’t Speak
  15. Katy Perry: I Kissed A Girl
  16. Pink: Get The Party Started
  17. Nelly Furtado: All Good Things (Come To An End)
  18. Juli: Geile Zeit
  19. Robbie Williams: Feel
  20. Xavier Naidoo: Dieser Weg
  21. Snow Patrol: Chasing Cars
  22. Fugees: Killing Me Softly
  23. Ville Vallo (+ Natalia Avelon): Summer Wine
  24. ABBA: Dancing Queen
  25. Reamonn: Supergirl
  • Ayo Technology (Milow)
  • Complicated (Avril Lavigne)
  • Time After Time (Ronan Keating)
  • Love Is All Around (Wet Wet Wet)
  • Join Me (HIM)
  • Goodbye My Lover (James Blunt)
  • Love’s Devine (Seal)
  • Fallin (Alicia Keys)
  • Un-Break My Heart (Toni Braxton)
  • I’m Yours (Jason Mraz)
  • Patience (Take That)
  • Don’t Stop The Music (Rihanna)
  • The Sweet Escape (Gwen Stefanie feat. Akon)
  • Give It To Me (Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake)
  • Push The Button (Sugababes)
  • Hamma! (Culcha Candela)
  • Rehab (Amy Winehouse)
  • This Is My Time (Sasha)
  • Nur ein Wort (Wir sind Helden)
  • Bad Day (Daniel Powter)
  • Girls Just Want To Have Fun (Cyndi Lauper)
  • It’s A Heartache (Bonnie Tyler)
  • Oh, Pretty Woman (Roy Orbison)
  • Candle In The Wind (Elton John)
  • Blowin In The Wind (Stevie Wonder)

Hmm, das ist irgendwie ne ziemlich miese Bilanz, immerhin bin ich ja eine Frau! Aber mit Xavier Naidoo kann man mich wirklich jagen, Katey Perry sorgt dafür, dass ich aus dem Fenster springe, und die Sängerin von Silbermond fängt an zu jaulen, sobald sie in die Nähe eines Mikros kommt.

Naja, sehen wir uns mal die Männer-CD an:

  1. Queen: We Will Rock You
  2. ACDC: Highway To Hell
  3. Metallica: Nothing Else Matters
  4. Guns’n’ Roses: Knockin’ On Heaven’s Door
  5. Pink Floyd: Another Brick In The Wall (Part 2)
  6. Nirvana: Smells Like Teen Spirit
  7. Deep Purple: Smoke On The Water
  8. Kiss: I Was Made For Lovin’ You
  9. Toten Hosen: Hier kommt Alex
  10. Phil Collins: In The Air Tonight
  11. Ärzte: Junge
  12. Alice Cooper: Poison
  13. Status Quo: Rockin’ All Over The World
  14. Falco: Der Kommissar
  15. Rammstein: Engel
  16. Europe: The Final Countdown
  17. Bruce Springsteen: Streets Of Philadelphia
  18. Green Day: Boulevard Of Broken Dreams
  19. Van Halen: Jump
  20. Torfrock: Beinhart (aus Werner – Beinhart)
  21. Genesis: I Can’t Dance
  22. Nickelback: Rockstar
  23. Linkin Park: What I’ve done
  24. Johnny Cash: Ring Of Fire
  25. Depeche Mode: Enjoy The Silence
  • Who Are You? (The Who)
  • Brothers In Arms (Dire Straits)
  • Have You Ever Seen The Rain? (Creedence Clearwater Revival)
  • You Really Got Me (Van Halen)
  • Rebel Yell (Billy Idol)
  • Along Comes Mary (Bloodhound Gang)
  • Dance With Somebody (Mando Diao)
  • Shiny Happy People (R.E.M.)
  • Dance Into The Light (Phil Collins)
  • Sie ist weg (Die Fantastischen Vier)
  • Always Look On The Bright Side Of Life (Monty Python) (aus Das Leben des Brian)
  • Fear Of The Dark (Iron Maiden)
  • Rollin’ (Limp Bizkit)
  • Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd)
  • Wild Thing (The Troggs)
  • Living Next Door To Alice (Smokie)
  • The Wild Boys (Duran Duran)
  • Shout (Tears For Fears)
  • Wishing Well (Free)
  • Killer (Adamski & Seal)
  • It’s A Man’s World (James Brown)
  • Angel (Rod Stewart)
  • I Want To Know What Love Is (Foreigner)
  • I’d Do Anything For Love (Meat Loaf)
  • Human (The Killers)
  • The Look (Roxette)
  • Played-A-Live (Safri Duo)
  • Das Boot (U96)

Oh, das sieht ja schon gaaaanz anders aus. AC/DC! Alice Cooper! Billy Idol! Die Ärzte! Rammstein! Und natürlich the one and only Iron Maiden – grüner gehts gar nicht.

Und was lernen wir daraus? Es gibt tatsächlich Menschen, die Katey Perry mögen. Das grauenhafte „Time of my Life“ ist immer noch sehr beliebt. Entweder haben die Leute von RTL keine Ahnung von repräsentativen Umfragen oder der durchschnittliche weibliche Musikgeschmack ist absolut mistig. Und ich muss jetzt ein bisschen Iron Maiden hören, um Xavier Naidoo aus meinem Kopf zu vertreiben.

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Veröffentlicht in Allgemeines. Schlagwörter: , , . 9 Comments »

9 Antworten to “Mädchenmucke”

  1. SoWhy Says:

    Das ist ja auch nur ein Chart für NORMALE Frauen ;-)

  2. nothingelse89 Says:

    Und für normale Männer, gell, Mr. Britpop? ;)

  3. aga80 Says:

    Da fragt man sich doch welche Rindeviecher diese Listen zusammengestellt haben.

    Aber es ist schon komisch einem wird immer erzählt du bist in dieser Zielgruppe ud willst das , aber leider gehen die meisten Produkte , Sender etc irgendwo an mir vorbei .
    Mir gingen zb diese Top 40 Sender schon ab 22-23 auf die Nerven und der Rest war noch nicht interessant und für Onlinradio waren die damaligen Bandreiten eher dürftig (ISDN Datenflat) , also bin ich damals schon bei Sendern wie WDR5, D-Radio oder auch DLF hängen geblieben .
    Irgendwie bleibt man auch bei den Wortprogrammen und hört sich gezielter die Nachrichten oder Diskusionen an und wird auch auf solche Schätzschen http://www.wdr5.de/wdr-5-startseite/literaturmarathon.html aufmerksam .

    • wvs/RELAtief Says:

      Solche Listen werden in der Absicht verfaßt „Unentschlossenen“ und Heranwachsenden zu suggerieren welche Musik sie mögen sollen, bzw. was ‚man‘ mag wenn man „IN“ ist …. ein Marketing-Trick der älteren Art, der den „me-too“-Effekt zu nutzen versucht.

      Man könnte es auch als ‚anders geartetes Stöckchen‘ auffassen: Nicht die Lesenden geben Antworten, sondern die Verfasser teilen den Lesenden die Antworten (auf ihre vermeintliche Suche nach ‚guter‘ Musik) mit.

  4. teslanova Says:

    I’d Do Anything For Love (Meat Loaf)

    auf der Männer-CD ???!!!!!

    aaargh!

  5. juliaL49 Says:

    Mir ist gerade noch ein Gedanke zur Ursache gekommen (außer dass für „normale“ Frauen sein soll). Das ist sicherlich eine Altersfrage und damit indirekt eine Radio-TV-Ausgesetztheitsfrage.

    Wie aga80 schon schrieb, kriegt man irgendwann einen Rappel und hört kein Popradio mehr. Wenn ich den Nick richtig interpretiere bist du Jahrgang 80? (ich auch, die 49 in meinem Nick hat nichts mit Geburtstag zu tun…) Da hast du immerhin die Anfänge des Privatfernsehens mitgemacht, aber noch rechtzeitig den Absprung geschafft.

    • nothingelse89 Says:

      Jahrgang 89 :)
      Nun, ich nehme an, jeder sucht sich das Radio, das er hören will. Bei mir läuft nur Rockantenne, dem „normalen“ Radio bin ich nur in der Arbeit (und im Auto) ausgesetzt. Den Rappel hatte ich bereits vor einigen Jahren, damals bin ich von Radio komplett auf CD umgestiegen ;)
      Aber du hast sicher Recht, dass im Umkehrschluss die Musikvorlieben auch gestärkt werden, wenn man die entsprechende Musik verstärkt hört.

      • julial49 Says:

        ja, dass du Jahrgang 89 bist, hatte ich mir auch fast gedacht :)

        Du hast Musik ganz anders erfahren (und ich erwähne absichtlich nicht, dass ich im Jahr deiner Geburt zu meinem Geburtstag eine Vinylsingle von einem Typen geschenkt bekam, der durch ein sprechendes Auto berühmt wurde), vor allem nicht so passiv. „Damals“ bei MTV oder im Radio war man ja sowas von aus dem Häuschen wenn ein geliebtes Lied gespielt wurde. Und es wurde ja nur eine gewisse Auswahl gespielt. Klar gab es auch andere Quellen, aber welcher durchschnittliche Teenager wusste davon? Heute im Zeitalter von MySpace und YouTube ist das Entdecken und bewusste Zusammenstellen von Musik viel einfacher.

        So, Großmutti zieht sich jetzt zurück, denn der Pfleger bringt die Nachmittagsmedikamente…

      • nothingelse89 Says:

        Bäääh, David Hasselhoff :D
        Naja, ich habe in meiner „Jugend“ das Internet bei weitem nicht so aktiv genutzt wie heute. Die aktive Erfahrung von Musik kann ich vor allem bei meiner jüngeren Schwester beobachten, ich persönlich habe aber noch viel Radio gehört, vor allem die Charts. In meinem CD-Regal finden sich auch noch eine Menge „Bravo Hits“ – ganz weit unten natürlich ;). Auch meine Tauschbörsen-Ausbeute bezog sich damals ausschließlich auf Poplieder aus den Charts, Youtube habe ich nie genutzt und von MySpace wusste ich gar nichts.
        Meinen Musikgeschmack habe ich eigentlich ausschließlich durch Freunde und meinen Vater entwickelt. Inzwischen entdecke ich natürlich immer wieder neue Bands, die mir gefallen – Last.fm, Youtube und hin und wieder auch MTV sei dank – aber meine generelle Richtung habe ich schon vorher eingeschlagen.


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