BKA-Propaganda

Das BKA hat bekannt gegeben, dass durch die Überwachung der eigenen Fahndungsseite mehrere Mörder gefasst wurde.

Die Ausgangsthematik ist ja nicht gerade neu: Das BKA speichert schon seit einigen Jahren die IP-Adressen, mit denen auf ihre Fahndungsseiten zugegriffen werden. Die Überwachung der Seiten wurde im Februar aufgrund „massiver rechtlicher Bedenken“ eingestellt.

Zunächst einmal freue ich mich natürlich, wenn flüchtige Verbrecher gefasst werden. Trotzdem macht mir die Art der Ermittlung Sorgen – jeder, der diese Fahndungsseiten besuchte, wurde grundsätzlich unter Verdacht gestellt. Dann wurde überprüft, ob man mehrmals auf die Seite zugegriffen hat. So viel ist wohl bekannt.
Was genau wurde dann im Anschluss überprüft? Wie hat man ermittelt, hinter welchem Anschluss sich der Täter verborgen hat? Wurden bei Verdächtigen Hausdurchsuchungen durchgeführt, nur weil sie sich über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert haben? Das alles liegt im Dunkeln.

Meiner Meinung nach sollte man diese Meldung jedenfalls mit Vorsicht genießen – sie klingt schon sehr nach „Guckt mal, was wir mit ordentlicher Überwachung alles zustande bringen können! Und genau diese Überwachung wurde jetzt wieder eingestellt! Blöd, was?“. Ich fürchte, da sollen einfach nur die Vorteile von Rundumüberwachung dargestellt werden – ein bisschen nette Propaganda für das BKA.

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