Witzlos

Habe dieses Video gerade bei Piratenweib gefunden und wollte es euch nicht vorenthalten – wenn nicht einmal mehr Kabarettisten keine Späße mehr zu Westerwelle einfallen, sagt das eigentlich alles:

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich hatte gerade das dringende Bedürfnis, alleine in meiner leeren Wohnung aufzustehen und zu applaudieren.

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Blogroll-Update

Nach langen Monaten der Inaktivität und – trara, ich bin wieder da! – endlich wieder gefundenen Schreibfreude wird es mal wieder Zeit, meine Blogroll zu aktualisieren.

Rausgefallen sind zu meinem Bedauern die Blogs „Die Legende vom rechtsfreien Raum“, der leider nicht nur eingestellt, sondern auch gelöscht wurde, und „Tonwertkorrekturen“, der inzwischen passwortgeschützt ist – keine Ahnung, was sich da getan hat.

Dafür habe ich ein paar neue Blogs aufgenommen, die ich alle schon eine Weile lese und die hier eigentlich schon vor Wochen bis Monaten einen Platz verdient hätten:

Herzlich willkommen in meiner Blogroll!

Thearcadier und Maiks Welt sind derzeit (zumindest größtenteils) leider inaktiv, ich hoffe doch, dass sich das bald ändert. Ich vermisse euch. Aber wenigstens hab ich jetzt endlich mit „Vom Hai gebissen“ den Zweitblog des Arcadiers verlinkt, was ich schon eine halbe Ewigkeit wollte.

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Im Buchladen

Ich war heute mal wieder im Hugendubel, um ein bisschen Lesenachschub zu besorgen. Eigentlich ist es ganz interessant, was man da so alles beobachten kann…

  • Die Mode- und Lifestyleratgeber-Ecke ist birgt das größte Augenkrebsrisiko im ganzen Laden – Ratgeber für Frauen sind so gut wie immer pink oder rosa.
  • Ich kann keine einzige Minute in der Esoecke verbringen, ohne laut zu lachen. Besonders schön sind die halb manischen, halb verzückten Gesichter der Esofreaks.
  • Dieter Broers hat ein Buch geschrieben – „(R)evolution 2012“. Das hat zusammen mit anderen schwachsinnigen „Waaah, 2012 passiert was ganz Dolles!“-Büchern einen ganz prominenten Platz in der Esoecke. Ich weiß nicht, ob ich über den Kerl lachen oder weinen soll, ich habe mir zumindest lieber die Hände abgewischt – nicht, dass dieser „Synchronisationsstrahl“ ansteckend ist.
    Astrodictum simplex hat übrigens auch schon so einiges über die angeblichen Ereignisse im Jahr 2012 geschrieben – hier ist jedenfall seine Buchbesprechung zu Dieter Broers Blödsinn.
  • Andrea Nahles hat auch ein Buch geschrieben – „Frau, gläubig, links“. Gibt es tatsächlich Menschen, die sich so sehr für Andrea Nahles interessieren, dass sie ein Buch mit diesem Titel lesen würden?
  • Ich bin der Meinung, dass man ein bisschen gelebt und auch etwas erlebt haben sollte, bevor man seine Biografie rausbringt. Helmut Kohl darf das, Peter Maffay darf das meinetwegen auch. Lady Gaga und Bushido sind zu jung und Stefan Effenberg ist nicht mal interessant genug.
  • Es gibt zu viele Frauenzeitschriften. Allerdings brauchen ein paar Frauen wohl Vergleichsmöglichkeiten, was die Taschen, Looks und Was-auch-immer der Saison angeht.
  • Ich finde die „Emma“ immer noch langweilig und engstirnig.
  • Ich kann keine Vampirromane mehr sehen. Die sind doch ohnehin alle nach dem gleichen Schema aufgebaut – Vampir ist halbwegs unglücklich mit seinem Schicksal, verliebt sich in eine/n Sterbliche/n, giert trotzdem nach dessen Blut. Sogar die Titel sind ähnlich. Seit Twilight schießen die Dinger wie Pilze aus dem Boden.
  • Und: Es macht großen Spaß, eine Ausgabe von Dawkins „Gotteswahn“ auf  einen Stapel Bibeln zu legen :)
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Superwelli und die Dekadenz

Es ist schon ein interessantes Phänomen, dass hohe Tiere in Parteien eigentlich durch die Bank ausgemachte Unsympathen sind. Natürlich variiert das von Partei zu Partei – während die Grünen nicht ganz so viele Widerlinge in ihren Reihen zu haben scheinen, sorgt fast die gesamte CDU-Führungsriege bei mir für Brechreiz. Das liegt nicht an ihren Äußerungen – auch wenn sich dort sehr viel geistiger Müll sammelt, müssen die betreffenden Personen eigentlich nur vor eine Kamera treten, um mir eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen. Ein gutes Beispiel sind etwa Pofalla und der unsägliche Koch – noch bevor sie den Mund aufmachen, noch bevor ich überhaupt wusste, welcher Partei sie angehören, setzte in mir schon der Ekel ein.
Der Fairness halber würde ich hier auch gerne ein paar SPD-Politiker anführen, bei denen es mir genau so geht, aber fällt gerade kein einziger ein. Aber das liegt wahrscheinlich am derzeitigen Zustand der SPD – was man derzeit überhaupt zu hören bekommt, vergisst man entweder sofort wieder oder verdrängt es lieber.

Unter diesen Vorzeichen fand ich Westerwelle bisher gar nicht sooo schlimm – ein Schaumschläger, ein Dummschwätzer, ein Klientelpolitiker und dazu ziemlich unfähig, natürlich… aber wenigstens war er mir nicht von Anfang an unsympatisch. Abgesehen davon erzwang das „Igitt, ein Schwuler“-Geschwurbel meiner Großmutter zumindest ein bisschen Sympathie für Welli.

Welli war also unfähig und peinlich (man denke nur an „Es ist Deutschland hier“), aber bisher nicht per se ein Widerling. Bis Anfang dieser Woche endlich das Urteil des Bundesverfassungsgericht zu Hartz IV erging, das zumindest teilweise begrüßenswert war (dazu empfehle ich Froschs Blog, die auch selbst von diesem Irrsinn betroffen ist).
Jetzt dürfte auch noch der größte Idiot begriffen haben: Nein, Arbeitslose machen sich nicht auf Kosten der Steuerzahler einen faulen Lenz. Sie kämpfen von dem wenigen Geld, das ihnen vom Staat als Brosamen hingeworfen wird, ums Überleben. Ein menschenwürdiges Existenzminimum ist nicht gewährleistet. Basta.

Welli leuchtet das aber nicht so ganz ein. Immerhin können diese Menschen doch arbeiten! Wieso tun sie das dann nicht und liegen stattdessen den Steuerzahlern auf der Tasche? Man kann dem Volk doch nicht anstrengungslosen Wohlstand versprechen, sonst erliegen sie der Dekadenz! Denk doch mal einer an die Leistungsträger!

Westerwelle heult also im Prinzip deshalb rum, weil man jemandem, der keine neue Stelle findet, trotzdem ein menschenwürdiges Leben ermöglichen muss. Ja, das ist wirklich furchtbar, nicht wahr? Hart arbeitende Menschen müssen anderen helfen, denen es nicht möglich ist. Wo bleibt da die Fairness? Die Arbeitslosen tragen doch nichts bei, sondern liegen bloß dekadent in der Gegend rum und holen sich ihre Goldstücke ab, von denen sie sich dann Luxusgegenstände wie Nahrung und Kleidung kaufen. Wie kann man auch nur darüber nachdenken, denen noch mehr Geld zu geben, anstatt das Geld Hoteliers in den Rachen zu werfen den Leistungsträgern zukommen zu lassen?

Um auf meine Ausgangsbeobachtung zurückzukommen – Westerwelle ist für mich ein ganzes Stück widerlicher geworden als noch zu seinem Amtsantritt. Doch wir dürfen Superwelli doch nicht zu böse sein – immerhin hat er sein ganzes Leben nur damit verbracht, für heiße Luft Geld zu bekommen, hat nie wirklich etwas geleistet und lebt trotzdem in Dekadenz und Wohlstand. Da ist es doch nicht verwunderlich, dass er denkt, dass es allen anderen genau so geht.

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