Rücktritt-Rücktritt

Nachdem in den letzten Wochen eine Rücktrittswelle Deutschland erfasst hatte, rollt nun der nächste Trend auf uns zu: Das Den-Rücktritt-wieder-zurücknehmen-wollen!

Nachdem er möglicherweise Gelder veruntreut, Kinder verprügelt ein paar kleine Ohrfeigen gegeben hat und sogar Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut wurden, hat er schließlich den Papst gebeten, ihn aus dem Bischofsamt zu entlassen. Wir alle haben uns gefreut, dass wir unseren besten Freund endlich in den Ruhestand entlassen konnten – doch zu früh gefreut. Erst schleicht sich Mixa wieder in den Bischofspalais, jetzt will er sogar wieder mindestens Pfarrer sein. Der Arme wurde ja so unter Druck gesetzt! Angeblich hat er ja nicht mal das Rücktrittsgesuch selbst geschrieben, seine Kollegen haben ihn reingelegt und die Welt ist unfair, obwohl er natürlich alles richtig gemacht hat. Jetzt will Mixa sogar beim Papst vorsprechen. Mal sehen, wie das Drama weitergeht…

Ich persönlich hoffe wirklich, dass andere Mixas Beispiel folgen. Man stelle sich nur vor, wie Köhler kurz vor der Bundespräsidentenwahl sagt, er wolle doch wieder Präsident sein. Wäre das ein schönes Theater…

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Frauen und der Fußball – ich mache es falsch!

Ich gehöre zu einer angeblich sehr seltenen und exotischen Rasse: Den fußballschauenden Frauen. Mir muss niemand erklären, was jetzt genau Abseits ist und wie sich die Punkte in der Bundesliga berechnen. 22 Männer, die einem Ball hinterher rennen? Klasse, ich bin dabei!

Bisher dachte ich, dass ich Fußball mag, weil ich einfach nur Fußball mag. Aber das stimmt nicht, vienna.at weiß es besser (via Mädchenmannschaft).

Und ich habe festgestellt, dass ich es einfach falsch mache. Ich mache es wie ein Mann. Ich hau mich mit Freunden oder meinem Vater aufs Sofa, trinke Bier und schreie den Fernseher an. Gelegentlich setze ich mich auch in eine Kneipe, trinke Bier und schreie die Leinwand an. Aber ich bin eine Frau und Frauen machen das nicht.

Frauen setzen sich mit ihren Freundinnen und einer Flasche Prosecco auf das Sofa (setzen, nicht hauen!) und schwärmen über Fußballspieler. Ein (mit etwas Glück) halbnackter Sportler ist nämlich das tollste, was man im Fernsehen bewundern kann. Hintern! Männerbeine! Sabber, Lechz! Besonderer Liebling ist anscheinend Schleimbubi Cristiano Ronaldo, den man nur schief ansehen muss, damit er zu Boden fällt – ist in gewisser Hinsicht auch verständlich, da alle Frauen insgeheim hoffen, dass mal ein Fußballspieler stöhnend auf den Boden fällt, wenn sie ihn ansehen. Und was wäre ein Fußballfrauenabend ohne die frauentypische Lästerrunde über Cheerleader (sind da überhaupt welche??) und Spielerfrauen (sowieso das wichtigste bei einem Fußballspiel)? Das wäre doch absolut unweiblich!

Eine echte Frau guckt auch deshalb Fußball, damit sie eine Ausrede dafür hat, ihrem Mann kein Bier holen und keine nahrhafte Mahlzeit zubereiten zu müssen – was ja eigentlich die heilige Pflicht eines jeden Weibchens ist. Und danach hat sie endlich wieder ein Thema, über das sie mit ihrem Mann reden kann. Ist ja auch langweilig, immer nur über die Kinder zu reden, da lockert ein „Sind wir die Roten?“ oder ein „Warum zieht der Mann mit der Pfeife ständig diese gelben Karten aus der Tasche? Gelb ist doch voll out!“ die Atmosphäre doch ein bisschen auf.

Jaja, wir Frauen eben. Jetzt weiß ich Bescheid und habe gleich meine beste Freundin angerufen, damit wir uns das Spiel nachher mit Prosecco und Schokoladeneis angucken können. Ein bisschen Sorge bereitet mir, dass ich keinen Mann habe, dem ich das Essen nicht kochen kann. Aber da reiß ich mir morgen einfach noch schnell einen auf. Ich bin eben doch nur ein Mädchen *kicher*

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Oskar for President!

Für Wulff sieht es ja recht gut aus, was die Bundespräsidentenwahl angeht: Die CDU wird sich hüten, etwas gegen den Willen von Mami Merkel zu machen und die gelbe Opportunistenpartei wählt ohnehin das, was ihnen die meisten Vorteile bringt. Meine Lust auf einen Fundiechristen hält sich natürlich in Grenzen, aber wer hört schon auf mich?

Dabei hätte ich den perfekten Kandidaten für die CDU. Jemanden, der das einfache Volk anspricht, der Regierung aber nicht zu unbequem wird. Jemanden, der von Groß und Klein geliebt wird.

Sind wir doch mal ehrlich: Wer würde sich besser für das Amt des Bundespräsidenten eignen als Oskar aus der Sesamstraße? Es spricht doch so viel für ihn:

– Er lebt in einer Tonne und spricht somit auch das einfache Volk an. Das hätte auch eine Vorbildfunktion für Hartz4-Empfänger – denn wenn schon der Bundespräsident in einer Tonne lebt, warum dann nicht auch der normale Arbeitslose?
– Er mag Müll, hätte also kein Problem damit, der Regierung nach dem Mund zu reden.
– Unangenehme Dinge empfindet er als angenehm. Steuererhöhungen, Einschränkung der Grundrechte, Streichung der Sozialleistungen – alles kein Problem mehr, Oskar schwärmt so lange davon, bis es auch uns gefällt.
– Er hat ständig schlechte Laune, was Merkel neben ihm wie ein Honigkuchenpferd aussehen lässt.
– Für die Neujahrsansprache lassen sich auch Kinder begeistern.

Also weg mit Wulff, weg mit Gauck – Oskar for President!

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Lieber Horst

Lieber Horst,

jetzt bist du zurückgetreten. Nicht dass ich dich sonderlich vermissen würde, seitdem du die Kirchen zur Mission aufgerufen hast, mag ich dich eigentlich eigentlich nicht mehr. Und auch dein „Die Bundeswehr muss die deutschen Handelswege beschützen“-Geschwurbel war schon ziemlicher Bockmist. Dafür musstest du ja ziemlich viel Kritik einstecken, zu Recht, und deshalb bist du zurückgetreten.

Weißt du, das verstehe ich nicht ganz. Als ich noch klein war, waren meine Spielkameraden auch manchmal gemein zu mir. Dann habe ich mich heulend in mein Zimmer verzogen und wollte nicht mehr mit ihnen spielen. Aber du bist doch ein erwachsener Mann und nicht erst seit gestern Berufspolitiker. Eigentlich sollte ein Mann in deiner Position genug Würde und Lebensweisheit besitzen, um Kritik sachlich gegenüberzutreten. Verdammt, du bist doch unser Staatsoberhaupt! Stattdessen weigerst du dich, weiterhin mit Deutschland zu spielen. Du benimmst dich wie jemand, der betrunken in einen Pool gefallen ist, ganz überrascht festgestellt hat, dass Wasser nass ist und deswegen nicht mal mehr bei Regen nach draußen gehen will. Du redest von mangelndem Respekt? Weil es die Öffentlichkeit wagt, dich zu kritisieren? Das ist realitätsfremd. Du bist beleidigt, weil sich Merkel nicht hinter dich gestellt hat? Eine Frau, die seit Monaten mit gefühlter Abwesenheit glänzt? Auch sowas muss man aushalten, wenn man ein Politiker, geschweige denn Bundespräsident ist.

Du konntest es nicht aushalten – also ist es offensichtlich ganz gut, dass du zurückgetreten bist. Wenn du uns noch einen letzten Gefallen tun willst, dann sorg dafür, dass uns sowohl die Ursel als auch Schäuble erspart bleiben – damit ich nicht jeglichen Respekt vor diesem Amt verliere.

Machs gut,

Kristina

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