Frauen und der Fußball – ich mache es falsch!

Ich gehöre zu einer angeblich sehr seltenen und exotischen Rasse: Den fußballschauenden Frauen. Mir muss niemand erklären, was jetzt genau Abseits ist und wie sich die Punkte in der Bundesliga berechnen. 22 Männer, die einem Ball hinterher rennen? Klasse, ich bin dabei!

Bisher dachte ich, dass ich Fußball mag, weil ich einfach nur Fußball mag. Aber das stimmt nicht, vienna.at weiß es besser (via Mädchenmannschaft).

Und ich habe festgestellt, dass ich es einfach falsch mache. Ich mache es wie ein Mann. Ich hau mich mit Freunden oder meinem Vater aufs Sofa, trinke Bier und schreie den Fernseher an. Gelegentlich setze ich mich auch in eine Kneipe, trinke Bier und schreie die Leinwand an. Aber ich bin eine Frau und Frauen machen das nicht.

Frauen setzen sich mit ihren Freundinnen und einer Flasche Prosecco auf das Sofa (setzen, nicht hauen!) und schwärmen über Fußballspieler. Ein (mit etwas Glück) halbnackter Sportler ist nämlich das tollste, was man im Fernsehen bewundern kann. Hintern! Männerbeine! Sabber, Lechz! Besonderer Liebling ist anscheinend Schleimbubi Cristiano Ronaldo, den man nur schief ansehen muss, damit er zu Boden fällt – ist in gewisser Hinsicht auch verständlich, da alle Frauen insgeheim hoffen, dass mal ein Fußballspieler stöhnend auf den Boden fällt, wenn sie ihn ansehen. Und was wäre ein Fußballfrauenabend ohne die frauentypische Lästerrunde über Cheerleader (sind da überhaupt welche??) und Spielerfrauen (sowieso das wichtigste bei einem Fußballspiel)? Das wäre doch absolut unweiblich!

Eine echte Frau guckt auch deshalb Fußball, damit sie eine Ausrede dafür hat, ihrem Mann kein Bier holen und keine nahrhafte Mahlzeit zubereiten zu müssen – was ja eigentlich die heilige Pflicht eines jeden Weibchens ist. Und danach hat sie endlich wieder ein Thema, über das sie mit ihrem Mann reden kann. Ist ja auch langweilig, immer nur über die Kinder zu reden, da lockert ein „Sind wir die Roten?“ oder ein „Warum zieht der Mann mit der Pfeife ständig diese gelben Karten aus der Tasche? Gelb ist doch voll out!“ die Atmosphäre doch ein bisschen auf.

Jaja, wir Frauen eben. Jetzt weiß ich Bescheid und habe gleich meine beste Freundin angerufen, damit wir uns das Spiel nachher mit Prosecco und Schokoladeneis angucken können. Ein bisschen Sorge bereitet mir, dass ich keinen Mann habe, dem ich das Essen nicht kochen kann. Aber da reiß ich mir morgen einfach noch schnell einen auf. Ich bin eben doch nur ein Mädchen *kicher*

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EMMA und die Kinderschänder

Habt ihr eigentlich schon den netten, ausgewogenen und sachlichen Artikel der EMMA über das Sperrgesetz gelesen?

Euch ist jetzt auch schlecht? Ja, man braucht schon einen starken Magen, um diese Hasstirade bis zum Ende zu lesen. Das ist ganz unterste Schublade – sogar Zensursula hat die Gegner dieses Gesetzes nicht derart offen als Kinderschänder diffamiert. Ich kann darüber nichts Neues mehr schreiben, das haben andere Blogger bereits getan. Und im FreiheIT-Blog wird gerade ein ganz toller offener Brief entwickelt.

Nur ein paar kurze Gedanken:
Könnte es sein, dass ein Teil der Begeisterung für dieses Gesetz auch darin begründet liegt, dass eine politisch erfolgreiche Frau und Mutter es initiiert hat? Würden Mittel und deren Wirksamkeit vielleicht etwas kritischer hinterfragt werden, wenn das Gesetz aus Herrn Schäubles Feder geflossen wäre? Ist Franziska Heine die dazu passende Antagonistin, die das gute Werk der starken Frau vereiteln will und die sich dabei so gar nicht an das ungeschriebene Gesetz der femisitischen Solidarität hält?

Klassenverräterin

Ich bin ja eigentlich Femistin. Eigentlich. Denn häufig frage ich mich, ob ich mich überhaupt so nennen darf – das sind dann die Momente, ich denen ich mich ein bisschen als Klassenverräterin fühle.

Erst vor ein paar Stunden habe ich erst mit einer Freundin diskutiert, die mit mir im Konvent sitzt – dieser will nämlich eine Frauenquote einführen. Nun ja, Frauenquoten sind an sich keine schlechten Sache – bis ein Gremium/Aufsichtsrat/was auch immer zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt ist, muss bei gleicher Qualifikation die Frau bevorzugt werden.
Was genau dem Konvent da eigentlich vorschwebt, ist mir aber nicht ganz klar. Die Geschäftsführung soll wohl zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt werden. Naja, eigentlich eine ganz gute Idee – wenn es genug Bewerber gäbe. Jetzt wird das Problem der mangelnden Bewerber nur noch verschärft.
Und darüber hinaus stellt sich mir die Frage, wozu wir überhaupt eine Quote brauchen. Ich kenne keine Partei, Arbeitsgruppe oder Gremium, das sich so sehr mit der Frage der Gleichberechtigung beschäftigt – wir sind so gleichberechtigt, dass es schon fast weh tut. Wozu dann auch noch eine Frauenquote? Sollten wir uns nicht um die Belange der Studenten kümmern, anstatt uns mit derartigen Grundsatzdiskussionen selbst zu behindern?

Und da kommt er schon wieder, der große rote Schuldhammer. Darf ich als „Femistin“ überhaupt so denken? Sollte ich nicht vielmehr jede Diskussion, die die Gleichstellung der Frau vorantreibt –  sei sie auch noch so sinnlos – begrüßen?

Ein weiteres Beispiel: Die Emma. Ja, ich weiß, was die meisten von euch jetzt denken, aber ich wollte sie zumindest einmal gelesen haben. Und so habe ich dem Zeitschriftendealer meines Vertrauens hart verdiente 7 Euro in den Rachen geworfen und mir Alice Schwarzers geistige Ergüsse reingezogen. Nun, insgesamt waren die Artikel recht gut geschrieben und auch informativ – der Ansatz, dass der Amokläufer von Winnenden von Frauenhass angetrieben wurde, war wirklich interessant und ich bin auch geneigt, mich in diesem Punkt Deutschlands Oberfrau Schwarzer anzuschließen. Aber dann kam die Bombe – Pornos! Böse, böse Pornos!! Aufgezeichnete Erniedrigung von Frauen! Ooookay…. ich hab kein Problem mit Pornos. Muss ich jetzt erwarten, dass mir eine aufgebrachte Feministenmeute auflauert und mich steinigt?
Ach nee, das machen Frauen ja nicht. Es sind die Männer, die böse Killerspiele spielen und dann zu Amokläufern werden. Ja nee, ist klar.

Gesamtfazit: Killerspiele? Böse. Pornos? Böse. Bondagepornos? Holt einen Exorzisten! Prostitution? Sehr sehr böse. Männer? Nein, nicht böse. Aber Frauen sind die besseren Menschen – hätten wir mehr Frauen in Machtpositionen, gäbe es keine Kriege mehr.

Na toll. Und das solls jetzt gewesen sein? Muss ich als Femistin tatsächlich alle Frauen in Machtpositionen toll finden und Pornos schlecht? Ist es tatsächlich das, was uns ausmachen soll? Oder bin ich einfach nur eine Klassenverräterin?

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