Missionierung – nein, danke!

Da hätte sicher auch das liebe Urselchen nichts dagegen: Unser geliebter Oberpapa Ratzi fordert junge Katholiken dazu auf, im Internet zu missionieren. O-Ton:

„Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Oh yeah, na klar, bevölkert die Chatrooms dieser Welt und gebt die frohe Botschaft weiter. Aber verbreitet bloß keine Pornos, das ist nämlich eine Herabsetzung der Schönheit und Intimität der menschlichen Sexualität.

Liegt das an mir oder ist diese Forderung, das Internet zu missionieren, tatsächlich ein bisschen pervers? Evangelisierung des digitalen Kontinents? Mir ist schon klar, dass Papst Benny von der Vorstellung eines bibeltreuen Internets voller jubelnder gottesfürchtiger Christen feuchte Träume bekommt, aber ich erzähle meine Fantasien auch nicht überall herum. Ich hab keine Lust auf die Zeugen Jehovas vor meiner Tür und ich habe auch keine Lust auf Fundiemissionierungskommentare in meinem Blog.

Spinnen wir diesen Gedanken doch mal weiter… Papst Benny ist im Grunde ganz begeistert vom Internet. Wie sieht das in seiner Fantasie denn aus? Nach Informationen über Homosexualität und Verhütung muss man erst gar nicht suchen, Pornos gibt es auch nicht (bye bye, Youporn!). Alle Blogger bloggen nur über Gott und seine Gebote und die Bibel. Klar, jeder hat Zugang zum Internet, um sich über Gott zu informieren und um selbst über Gottes Botschaft zu jubeln. Klingt das nicht traumhaft? Die Online-Nachrichten sind allesamt nur ein Abklatsch von idea.de, sämtliche unmoralischen und religionskritischen Inhalte werden gelöscht. Das gesamte Internet wird zu Bibel 2.0, gewidmet Gott 2.0. Ähm… danke, ich verzichte.

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Antichrist FDP

Dass die JU gerne mal ordentlich abgeht, wissen wir ja alle. Der bayrische JU-Vorsitzende Stefan Müller hat jetzt den nächsten Blödsinn rausgehauen: Die FDP ist für ordentliche Katholiken nicht wählbar, weil ihr die „moralische Orientierung“ fehlt.

Huch, wie kommt die FDP denn zu diesem zweifelhaften Ruf? Ganz einfach: Sie wollte Papst Ratzi im aktuellen Menschenrechtsbericht erwähnen. Schließlich hat unser lieber Oberhirte ziemlich gefährlichen Schwachsinn über Kondome gelabert. Yeah, bitte einmal ein bisschen Applaus für den Mut der FDP.

Unseren braven Christdemokraten der JU fiel es wie Schuppen von den Augen: FDP steht in Wirklichkeit für „Ferkommenste Partei Deutschlands“ und Guido hat unter seiner Haarpracht kleine Teufelshörnchen versteckt.
Der Papst, moralisches und geistiges Oberhaupt aller Katholiken, direkter Sprecher Gottes, edel, hilfreich und gut, in einer Reihe mit Diktatoren und Folterern? Nur weil er die Werte der katholischen Kirche vertreten hat? Niemals! Sie sollen brennen! Brennen!! Oh, wir haben den Scheiterhaufen ja abgeschafft… sie sollen… sie sollen… ähm… sie sollen bei der nächsten Wahl keine Christenstimmen mehr bekommen, genau!

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