Muahahar…

Ein kleines Leckerli zum Frühstück: Stefan Niggemeier hat ein Interview mit Dieter Gorny – Chefstimmungsmacher im Namen der Musikindustrie – mal schön auseinander genommen und kommentiert.

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Google und die Verläge

Eigentlich wollte ich mich bis morgen von meinem Blog fern halten, da ich morgen Zwischenprüfung schreibe.

Aber es gibt eben doch etwas, was ich eben kurz loswerden muss. Es geht um die armen notleidenden Verläge, die schamlos von Google ausgebeutet werden. Jaa, das pöhse Google verlinkt nämlich auf Online-Zeitschriftenartikel, ohne dafür auch nur einen Cent zu zahlen!
Und auch die gemeinen Internetnutzer – wie ich – zitieren teilweise aus Onlineartikeln. Sie bereichern sich an der Arbeit anderer! Verbrennt sie! Oder nein, noch besser… verlangt Geld von ihnen! Lasst sie bluten!

Nun, ich könnte jetzt natürlich Statistiken heraussuchen, wie viele deutsche Internetnutzer Google als Suchmaschine benutzen. Dazu hab ich aber keine Lust – jedem dürfte klar sein, dass Google der Platzhirsch unter den Suchmaschinen ist. Und jedes Mal, wenn der Durchschnittsdeutsche irgendein Suchwort eingibt, findet er relativ schnell Onlineartikel der leidenden Verlage. Je mehr (pöhse) Leute im Internet die Artikel verlinken, desto besser sind sie platziert. Und das heißt? Ja, genau: Besucher für die Website.
Und wenn ich einen Artikel zitiere, setze ich einen Link. Interessierte Leser werden diesem Link folgen. Wow, noch mehr Traffic für die Onlineauftritte! Wie… furchtbar!

Die dahinter stehende „Logik“ lautet, dass Google durch die dort geschaltete Werbung (GoogleAds) Geld verdient. Und das gehört zumindest teilweise den Verlagen, weil Google die Nutzer ja durch ihre Überschriften ködert – ist doch klar! Dass Google hierbei eine Dienstleistung erbringt, die für alle Beteiligten nur vorteilhaft ist – auch für die armen gebeutelten Verlage – ist hierbei völlig nebensächlich.

Und was lernen wir daraus? Manche Menschen verlangen tatsächlich noch Geld dafür, dass man mehr oder weniger Werbung für sie macht. Genannt wird das dann „Leistungsschutzrecht“. Und wenn ich bei Netzpolitik lese, dass die CDU das in der nächsten Legislaturperiode einführen will, dann will ich meinen Kopf einfach nur ganz fest gegen meine Wand hauen.

Sehr lesenswert ist übrigens auch der Offene Brief bei F!XMBR. Ich wünschte, ich könnte bei so viel Dummdreistigkeit noch so viel Humor aufbringen.

Raubkopierer zerstören die Popkomm!

Die bösen Internetpiraten haben mal wieder zugeschlagen! Mit ihren fiesen und gemeingefährlichen Internetdownloads haben sie die Musikmesse Popkomm zerstört – diese Mistkerle! Sperrt sie!

Und wer jetzt denkt, ich mache nur Witze, sollte sich mal diese Stellungnahme zur Absage der Popkomm von Dieter Gorny antun:

„Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen“

Ja nee, schon klar, die bösen Raubkopierer sind mal wieder schuld. Und prompt wird nach der Regierung geschrieen:

Jetzt soll es die Politik richten, die in Sachen „Internetpiraterie nach wie vor den Ernst der Lage nicht erkannt hat“. Die deutsche Musikindustrie blickt neidisch ins Nachbarland Frankreich, wo die Regierung trotz erheblicher Widerstände mit Internetsperren gegen illegales Filesharing vorgehen will.

Und was das im Hinblick auf die neuesten Entwicklungen in der Gesetzgebung zu bedeuten habt, überlasse ich mal eurer Fantasie.

Ich habe ja gehört, dass die Popkomm ohnehin stinklangweilig war.

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Wer hat uns verraten…?

Na, sieh mal einer an: Die große Koalition hat sich bei den Internetsperren geeinigt.

Die SPD hat den Initiativantrag zur Verhinderung des Zensurgesetzes ja erst gar nicht behandelt, schließlich war die Diskussion „medial unerwünscht“. Die Hoffnung, dass die SPD sich dadurch in letzter Minute gegen das Gesetz entscheiden würde, wurde somit ja schon am Sonntag zerschlagen. Tja, wer hat uns verraten?

Und was sagte die CDU dazu?

Damit ist eine gefährliche Entwicklung gestoppt worden. Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen. Allen engagierten Streitern gegen das abscheuliche Verbrechen der Kinderpornografie ist angesichts des Scheiterns der SPD-Linken ein Stein vom Herzen gefallen.

Puh, da haben wir noch mal Glück gehabt, dass die SPD keinen Urheberrechtsverletzungen im Internet Vorschub geleistet hat. Zu der Argumentation, dass Sperrgegner dafür sorgen, dass kleine Kinder vergewaltigt werden, werde ich besser nichts sagen, da ich sonst aufgrund meiner Wortwahl bestimmt eine Anzeige von der CDU bekomme.

Aber sagt nichts, schließlich hat sich die SPD durchsetzen können! Die Zensur wird in ein hübsches Spezialgesetz gepackt, die Besucher der Sperrseite nicht strafrechtlich verfolgt und dem BKA wird von einem unabhängigen Gremium ein bisschen über die Schulter geguckt – der Schaar weigert sich allerdings, diese Aufgabe zu übernehmen. Jaaa, großer Triumph der SPD! Lasst uns alle unsere starke Volkspartei feiern!

Nun, das Gesetz wird kommen. Vielleicht sogar schon am Donnerstag. Karlsruhe, hilf!

In genau diesem Moment bricht die ePetition übrigens den Rekord. Aber das ist Ursel und Konsorten ja ziemlich wurscht.

Wozu DNS-Sperren? Sperrt gleich das ganze Netz!

Nach so ominösen Verbänden wie der Deutschen Kinderhilfe und Innocence in Danger (dem Guttenbergs Gattin vorsitzt) meldet sich jetzt ein ganz anderes Bündnis, das für die Sperren kämpft.

Dieses Bündnis fordert eine unabhängige Kontrollinstanz für die Sperrliste – was an sich nichts schlechtes ist, aber da lässt sich die Bundesregierung mit Sicherheit was einfallen. Wer sich jetzt aber denkt, hey, die sind ja auf unserer Seite, den muss ich leider enttäuschen: Dieses Bündnis hält DNS-Sperren für unzureichend. Sie wollen mehr.  Statt einfach nur Seiten zu sperren, sollen Zensursula und ihre Freunde doch bitte gleich in die Infrastruktur eingreifen, schließlich könnten böse Bürger die Sperren ja umgehen. Kurz gesagt: Die neuesten Freunde der KiPo-Sperren hätten gerne chinesische Verhältnisse.
Die ganze Zensiererei liegt nämlich durchaus im Interesse dieser Leute. Wer genau sich da zusammen getan hat, ist nicht ganz klar (zumindest mir nicht), aber das ganze wurde anscheinend vom Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland initiiert. Und die scheinen die Hoffnung zu haben, dass als nächstes Raubkopien und kostenlose Videoportale auf der Sperrliste landen – mehr dazu gibts bei Netzpolitik.org.

Daher hier mein Vorschlag: Lasst das mit den DNS-Sperren, ich brauche eine knappe Minute, um die zu umgehen. Sperrt stattdessen gleich das ganze Internet. Dort tummeln sich Pädophile, Terroristen, Nazis, Anarchisten, Hacker, Killerspieler und Menschen, die es wagen, ihre Meinung zu äußern und sich gegen die Regierung zu organisieren unartige Bürger. Mit einer Abschaffung des Internets könnte Schäuble früher Feierabend machen, die Urheberrechtsmafia würde eine Menge Geld für Lobbyisten sparen, viele der Netzdeppen im Bundestag würden sich nicht mehr so ausgegrenzt fühlen und die gute Ursel könnte endlich wieder ruhig schlafen. Das ganze Gelaber um das Internet als rechtsfreien oder unrechtsfreien Raum hätte endlich ein Ende und zur Informationsgewinnung müsste man endlich mal wieder eine Bibliothek aufsuchen oder (un)abhängige Tageszeitungen lesen. Ihr müsstet nicht einmal mehr das unqualifizierte Gesabbel in der Blogosphäre ertragen. Wäre das nicht schön?

Auch ein böser Raubkopierer hat Rechte

Ein wahres Wort von den Jungs des Bundesverfassungsgerichts: Nein, die Polizei darf nicht einfach eine Hausdurchsuchung bei einem Forenbetreiber veranlassen, nur weil sie meint, in seinem Forum seien vielleicht irgendwo Links zu irgendwelchen Raubkopien gepostet.

Die Mentalität dieser bayrischen Grünkäppchen finde ich sehr interessant – „Ich versteh kein Wort, die sprechen da türkisch. Aber die reden mit Sicherheit über böse Raubkopien! Da ist ja ein Link – nein, klick da auf keinen Fall drauf, dahinter verbergen sich bestimmt böse Raubkopien! Da bin ich mir ganz sicher, da muss ich gar nicht draufklicken, schließlich hat uns das der Herr xy gesagt! Machen wir erst mal eine Hausdurchsuchung, dann werden wir bestimmt sehen, ob sich hinter dem Link, auf den wir jetzt nicht klicken, böse Raubkopien verstecken. Diese Leute, die wir nicht verstehen, unterhalten sich mit Sicherheit über böse Raubkopien. Wie, Dolmetscher? Brauch ich nicht, der Herr xy hat doch gesagt, die reden da über böse Raubkopien. Ist mir doch egal, ob der Kerl dafür überhaupt haftet, ist schließlich sein Forum. Und wenn wir erst mal sein Haus durchsucht haben, kriegen wir ihn schon dran, den bösen Raubkopierer.“

Piraterie in der EU

Die bösen Piraten wollen die EU entern – und gleich mal die Piraterie einführen! So liest sich das jedenfalls bei der Bild. Mehr zur Piratenpartei steht in diesem Onlineartikel jedenfalls nicht – und findet sich auch auf dem gesamten Bild-Onlineauftritt nicht. Wen interessiert es auch schon, dass die Piraten sich darüber hinaus vor allem für den Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung und Transparenz in der Politik einsetzen – schließlich sind das böse Onlinepiraten! Raubkopierer! Satanisten!! StudiVZ scheint das im Übrigen ähnlich zu sehen – und hat gleich mal den Enterhaken gekappt. Auch sonst ist die Piratenpartei in offiziellen Kreisen anscheinend nicht sehr beliebt.

Ja, die Piraten machen sich Feinde wie echte Könner – und da ich sowieso so meine Probleme mit den etablierten Parteien habe, wird die Piratenpartei für mich immer interessanter. We will see…

Ach ja: Wer sich nicht auf die populistischen und abgelutschten Informationen der BILD zur Piratenpartei verlassen will, findet auf ihrer Website echte Informationen.

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