Oskar for President!

Für Wulff sieht es ja recht gut aus, was die Bundespräsidentenwahl angeht: Die CDU wird sich hüten, etwas gegen den Willen von Mami Merkel zu machen und die gelbe Opportunistenpartei wählt ohnehin das, was ihnen die meisten Vorteile bringt. Meine Lust auf einen Fundiechristen hält sich natürlich in Grenzen, aber wer hört schon auf mich?

Dabei hätte ich den perfekten Kandidaten für die CDU. Jemanden, der das einfache Volk anspricht, der Regierung aber nicht zu unbequem wird. Jemanden, der von Groß und Klein geliebt wird.

Sind wir doch mal ehrlich: Wer würde sich besser für das Amt des Bundespräsidenten eignen als Oskar aus der Sesamstraße? Es spricht doch so viel für ihn:

– Er lebt in einer Tonne und spricht somit auch das einfache Volk an. Das hätte auch eine Vorbildfunktion für Hartz4-Empfänger – denn wenn schon der Bundespräsident in einer Tonne lebt, warum dann nicht auch der normale Arbeitslose?
– Er mag Müll, hätte also kein Problem damit, der Regierung nach dem Mund zu reden.
– Unangenehme Dinge empfindet er als angenehm. Steuererhöhungen, Einschränkung der Grundrechte, Streichung der Sozialleistungen – alles kein Problem mehr, Oskar schwärmt so lange davon, bis es auch uns gefällt.
– Er hat ständig schlechte Laune, was Merkel neben ihm wie ein Honigkuchenpferd aussehen lässt.
– Für die Neujahrsansprache lassen sich auch Kinder begeistern.

Also weg mit Wulff, weg mit Gauck – Oskar for President!

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Die Ritter der Gerechtigkeit, oder: Das Fanboy-Phänomen

Jetzt hat sie also tatsächlich den ESC gewonnen, unsere Lena, Hoffnung des deutschen Pops, Liebling aller Deutschen, Krone der Schöpfung, … naja, ihr könnt euch denken, wie es weitergeht.

Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um über ein Thema nachzudenken, dass mich schon immer fasziniert hat – ich nenne es das Fanboy-Phänomen.
Lena ist dafür ein gutes Beispiel. Ich persönlich finde sie ganz nett, mehr nicht. Ihre teilweise doch recht aufgesetzt wirkende „Liebes kleines Mädchen“-Art geht mir ziemlich auf die Nerven, aber man kann nicht abstreiten, dass sie damit großen Erfolg hat.  Und sie hat immerhin den ESC nach fast 20 Jahren [edit: es sind natürlich fast 30 Jahre, ich hab mich vertan] wieder mal nach Deutschland geholt.

Jetzt gibt es aber böse böse Menschen, die die strahlende Lena nicht ganz so toll finden und das auch sagen. Und da fallen die Ritter der Gerechtigkeit, auch Fanboys genannt, sofort über den Kritiker her. Ein typischer Kommentar sieht dabei so aus:

„Du böser böser Mensch. Du gönnst unserer Lena den Erfolg nicht. Du bist doch bloß neidisch, selbst hast du in deinem Leben noch gar nichts erreicht. Lena ist voll toll und wenn du etwas anderes behauptest, hast du keine Ahnung. Ich komm mit meiner Fanboy-Armee und verarbeite deine Wohnung zu Kleinholz.“

Das eigentlich Faszinierende daran ist jedoch, dass ich dieses Verhalten bisher nur von Teenie-Boygroup-Fans kenne. Bei Lena scheint dieses Verhalten auch auf erwachsene, zumindest halbwegs gebildete Menschen überzugreifen. Man müsste meinen, dass der eigene Geschmack gegen Kritik zumindest so unempfindlich ist, dass man der Meinung der Kritiker zumindest sachlich entgegen treten kann, aber nein – wenn es jemand wagt, das Goldkind zu kritisieren (und geht es auch nur um ihre allgegenwärtige Medienpräsenz), benimmt sich Otto Normalbürger auf einmal, als hätte Al Qaida einen Bombenanschlag auf seine eigene Tochter verübt.

Ein ähnliches Verhalten lässt sich übrigens bei Apple-Fanboys beobachten: Alles, was Steve Jobs neu auf den Markt wirft, ist grundsätzlich die Neuerfindung des Rads und sowieso das Coolste unter der Sonne.  Dass mein sauteurer iPod schon nach zwei Jahren nicht mehr richtig funktioniert hat und ich garantiert nie wieder so einen Apple-Scheißdreck kaufen werde, sage ich besser nicht laut – nicht dass morgen die Apple-Mafia vor meiner Tür steht.

Grippy

Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, Ihnen wie schon vorher angekündigt Grippy präsentieren zu können. Grippy ist das hippe Lifestylemagazin für junge Grippekranke und solche, die es werden wollen – in dieser Ausgabe mit nützlichen Tipps für die eigene Grippeparty, einen Ausblick auf künftige Grippen und allem über die Ziegengrippe! Und das Beste ist: Die erste Ausgabe von Grippy ist völlig umsonst!!

Robin Hood mal anders

Nicht, dass ich die FDP vorher für besonders wählbar gehalten habe, aber das überschreitet bei mir nun doch die Kopf-über-Kloschüssel-Grenze erheblich: Martin Lindner, der FDP-Spitzenkandidat in Berlin, hat endlich mit der Sprache herausgerückt, womit er die versprochenen Steuersenkungen gegenfinanzieren will – durch Senkung des Hartz-IV-Satzes um bis zu 30 %, was einem verbleibenden Satzes von 250 € entspräche.

250 Euro?? Zweihundertfünfzig Euro?? WTF? Ich bin eine relativ genügsame Studentin, die darüber hinaus alle zwei Wochen ein nettes Fresspaket von ihrem Vater mitbekommt. Trotzdem sind 250 € das, was ich im Monat mindestens für Lebensmittel und Getränke ausgebe.

Der liebe Herr Lindner hält sich wohl für einen etwas pervertierten Robin Hood – er nimmt es den Armen und gibt es den Reichen. Aber das ist schon okay so, Arbeitslose hängen ja bloß den ganzen Tag faul vor der Glotze rum, lassen ihre Wampe über den Bund ihrer erschnorrten Jeans hängen und kichern über den blöden Arbeiter, der ihnen ihr Auskommen sichert. Solchen „Menschen“ ein halbwegs lebenswertes Leben zu sichern, ist einfach nicht gerecht – diese Erkenntnis trifft nun auch mich wie ein Hammerschlag. Aber für solche Erleuchtungen haben wir ja die FDP.

Ich plädiere jedoch für ein anderes Modell: Nachdem der gute Martin ab September wohl leider im Bundestag sitzen wird, kürzen wir seine Diäten auf 250 Euro pro Monat. Und nachdem wir ja nicht ungerecht sein wollen, kann er sich die Kosten für seine Abgeordnetentätigkeit natürlich erstatten lassen – nach einem Vorabhausbesuch eines netten Kollegen von der Arbeitsagentur, der genau überprüft, ob diese Ausgaben auch wirklich notwendig sind. Und die Mitfahrzentrale freut sich sicher über einen neuen Kunden. Nach ein paar Monaten befragen wir ihn dann noch einmal, ob er ein Leben in Armut wirklich für so gerecht hält.

Alles Super, SPD!

Ach, nur eine kurze Meldung, die ich eigentlich schon vor Tagen bloggen wollte:

Die Freie Union ist nicht der einzige Fall von akuter Promigeilheit. Ratet mal, wen sich die SPD ins Boot geholt hat? Die Supernanny Katarina Saalfrank! Und wie das aussieht, wenn unser Urselchen und die Supernanny aufeinandertreffen, das wissen wir ja:

Prominente Unterstützung von der Supernanny, die nun auch RTL-Abstinenzler auf den Wecker gehen und deutschlandweit Kinder traumatisieren (PDF) darf.

Ich frage mich ja, was als nächstes kommt. Markus Majowski macht Werbung für die CDU, die Supernanny unterstützt die SPD und die Freie Union hat Kader Loth. Um dagegen anzukommen, sollten sich die FDP und die Grünen am Besten auch prominente Unterstützer suchen. Dieter Bohlen als potentieller Kultusminister wäre noch frei. Und Peter Zwegat wird der neue Finanzminister. Juhu!

Mädchenmucke

Auf Julias 49 Suns Blog habe ich was Nettes entdeckt: Die angebliche Lieblingsmusik der Frauen und Männer, zusammengestellt für die Chartshow von RTL. Das ganze wurde anscheinend auf zwei netten Doppel-CDs vermarktet – jeweils 25 Lieblingssongs plus 25 zusätzliche Liederchen.

Nun, dass ich zwar nicht gerade eine Exotin bin, aber doch eher die Ausnahme der Regel bin, was meinen Musikgeschmack angeht, wusste ich ja schon vorher, aber jetzt habe ich es auch noch schwarz auf weiß.

Ich bin einfach mal so frei und markiere die Songs, die ich mag, grün, und die, die ich nicht ausstehen kann, rot.

Zunächst einmal die Frauen-CD:

  1. Bill Medley + Jennifer Warnes: (I’ve Had) The Time Of My Life (aus Dirty Dancing)
  2. Aerosmith: I Don’t Want To Miss A Thing (aus Armageddon)
  3. Bryan Adams: (Everything I Do) I Do It For You (aus Robin Hood – König der Diebe)
  4. Bon Jovi: It’s My Life
  5. Dr. Alban: It’s My Life
  6. Amy MacDonald: This Is The Life
  7. Kelly Clarkson: Because Of You
  8. Whitney Houston: I Will Always Love You (aus Bodyguard)
  9. Silbermond: Das Beste
  10. Sunrise Avenue: Fairytale Gone Bad
  11. Ich und Ich: Vom selben Stern
  12. Sinead O’Connor: Nothing Compares 2 U
  13. Melanie Thornton: Wonderful Dream
  14. No Doubt: Don’t Speak
  15. Katy Perry: I Kissed A Girl
  16. Pink: Get The Party Started
  17. Nelly Furtado: All Good Things (Come To An End)
  18. Juli: Geile Zeit
  19. Robbie Williams: Feel
  20. Xavier Naidoo: Dieser Weg
  21. Snow Patrol: Chasing Cars
  22. Fugees: Killing Me Softly
  23. Ville Vallo (+ Natalia Avelon): Summer Wine
  24. ABBA: Dancing Queen
  25. Reamonn: Supergirl
  • Ayo Technology (Milow)
  • Complicated (Avril Lavigne)
  • Time After Time (Ronan Keating)
  • Love Is All Around (Wet Wet Wet)
  • Join Me (HIM)
  • Goodbye My Lover (James Blunt)
  • Love’s Devine (Seal)
  • Fallin (Alicia Keys)
  • Un-Break My Heart (Toni Braxton)
  • I’m Yours (Jason Mraz)
  • Patience (Take That)
  • Don’t Stop The Music (Rihanna)
  • The Sweet Escape (Gwen Stefanie feat. Akon)
  • Give It To Me (Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake)
  • Push The Button (Sugababes)
  • Hamma! (Culcha Candela)
  • Rehab (Amy Winehouse)
  • This Is My Time (Sasha)
  • Nur ein Wort (Wir sind Helden)
  • Bad Day (Daniel Powter)
  • Girls Just Want To Have Fun (Cyndi Lauper)
  • It’s A Heartache (Bonnie Tyler)
  • Oh, Pretty Woman (Roy Orbison)
  • Candle In The Wind (Elton John)
  • Blowin In The Wind (Stevie Wonder)

Hmm, das ist irgendwie ne ziemlich miese Bilanz, immerhin bin ich ja eine Frau! Aber mit Xavier Naidoo kann man mich wirklich jagen, Katey Perry sorgt dafür, dass ich aus dem Fenster springe, und die Sängerin von Silbermond fängt an zu jaulen, sobald sie in die Nähe eines Mikros kommt.

Naja, sehen wir uns mal die Männer-CD an:

  1. Queen: We Will Rock You
  2. ACDC: Highway To Hell
  3. Metallica: Nothing Else Matters
  4. Guns’n’ Roses: Knockin’ On Heaven’s Door
  5. Pink Floyd: Another Brick In The Wall (Part 2)
  6. Nirvana: Smells Like Teen Spirit
  7. Deep Purple: Smoke On The Water
  8. Kiss: I Was Made For Lovin’ You
  9. Toten Hosen: Hier kommt Alex
  10. Phil Collins: In The Air Tonight
  11. Ärzte: Junge
  12. Alice Cooper: Poison
  13. Status Quo: Rockin’ All Over The World
  14. Falco: Der Kommissar
  15. Rammstein: Engel
  16. Europe: The Final Countdown
  17. Bruce Springsteen: Streets Of Philadelphia
  18. Green Day: Boulevard Of Broken Dreams
  19. Van Halen: Jump
  20. Torfrock: Beinhart (aus Werner – Beinhart)
  21. Genesis: I Can’t Dance
  22. Nickelback: Rockstar
  23. Linkin Park: What I’ve done
  24. Johnny Cash: Ring Of Fire
  25. Depeche Mode: Enjoy The Silence
  • Who Are You? (The Who)
  • Brothers In Arms (Dire Straits)
  • Have You Ever Seen The Rain? (Creedence Clearwater Revival)
  • You Really Got Me (Van Halen)
  • Rebel Yell (Billy Idol)
  • Along Comes Mary (Bloodhound Gang)
  • Dance With Somebody (Mando Diao)
  • Shiny Happy People (R.E.M.)
  • Dance Into The Light (Phil Collins)
  • Sie ist weg (Die Fantastischen Vier)
  • Always Look On The Bright Side Of Life (Monty Python) (aus Das Leben des Brian)
  • Fear Of The Dark (Iron Maiden)
  • Rollin’ (Limp Bizkit)
  • Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd)
  • Wild Thing (The Troggs)
  • Living Next Door To Alice (Smokie)
  • The Wild Boys (Duran Duran)
  • Shout (Tears For Fears)
  • Wishing Well (Free)
  • Killer (Adamski & Seal)
  • It’s A Man’s World (James Brown)
  • Angel (Rod Stewart)
  • I Want To Know What Love Is (Foreigner)
  • I’d Do Anything For Love (Meat Loaf)
  • Human (The Killers)
  • The Look (Roxette)
  • Played-A-Live (Safri Duo)
  • Das Boot (U96)

Oh, das sieht ja schon gaaaanz anders aus. AC/DC! Alice Cooper! Billy Idol! Die Ärzte! Rammstein! Und natürlich the one and only Iron Maiden – grüner gehts gar nicht.

Und was lernen wir daraus? Es gibt tatsächlich Menschen, die Katey Perry mögen. Das grauenhafte „Time of my Life“ ist immer noch sehr beliebt. Entweder haben die Leute von RTL keine Ahnung von repräsentativen Umfragen oder der durchschnittliche weibliche Musikgeschmack ist absolut mistig. Und ich muss jetzt ein bisschen Iron Maiden hören, um Xavier Naidoo aus meinem Kopf zu vertreiben.

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Deutschland sucht den Bobo-Tänzer

Kaum wurde Germanys next Topmodel aka Die Heidi-Klum-Klon-Show endlich beendet, nimmt schon das nächste unnötige Format den Sendeplatz ein: Heute war die erste Folge von „Germanys next Showstar“.

Auch hier treffen wir mal wieder auf eine hochprofessionelle Jury – Elton, der ehemalige Handlanger vom Raab, der sich heutzutage ganz gerne mit Simon prügelt, Verona „Da werden Sie geholfen“ Feldbusch Pooth, die vom Main-Netz mal eben zur Entertainerin hochstilisiert wurde (Entertainerin?? WTF????), und DJ Bobo.

… moment mal, DJ Bobo? Den gibts noch??

Tatsächlich, der Gute will demnächst tatsächlich auf Tour gehen. Und dafür sucht er noch… ja, genau! Showstars!! Und so hat Otto Normalbegabter die Riesenchance, mit Hilfe von ProSieben mit DJ Bobo auf Tour zu gehen. Ist das nicht der absolute Wahnsinn?! Wer will das nicht, mit dem ollen Bobo zu Chihuahua abzudancen?
Naja, wenn man sich erst mal vor Superhypermegaentertainerin Verona und dem ProSieben-Publikum zum Affen gemacht hat, ist DJ Bobo wohl gar nicht mehr so schlimm. Und so ein Wackeldackel ist ja auch ganz nett, sollte es mit den Showstars nicht klappen.

Ich warte ja immer noch auf ein tolles RTL-Special mit Sonja Zietlow – „Die 10 unnötigsten Privatsendershows“, mit tollen Highlights wie dem Dschungelcamp, Popstars, Mascerade, Germanys next wasauchimmer und Bauer/Graf/Müllsammler sucht Frau. Hach, wär das schön.

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Danke, ESC, ich habe mich köstlich amüsiert!

Ich habe mir wirklich überlegt, ob ich den ESC einfach übergehen sollte. Letztendlich kann ich mir aber doch nicht verkneifen, meinen Senf dazuzugeben.
Zunächst einmal: Es war musikalisch zwar wirklich grauenhaft, hatte dafür aber hohen Unterhaltungswert.

Russland hat sich ja wirklich Mühe gegeben. Während draußen homosexuelle Demonstranten niedergeknüppelt wurden, wurde drinnen der halbe Cirque du Soleil angekarrt und der letztjährige Gewinner abgeseilt. Danach übernahmen die Moderatoren das Ruder – für den Rest des Abends durften wir einen gezwungen fröhlichen jungen Mann und eine Schaufensterpuppe mit leerem Blick bewundern, die geistreiche Kommentare zu den einzelnen Auftritten abgaben.
Aber auch der deutsche Kommentator war nicht ohne, da durfte man sich Perlen der Weisheit wie „Das wäre jetzt sicher sehr lustig gewesen, wenn man russisch könnte“ anhören.

Besonders schön waren mal wieder die Bühnenshows: Da gab es beispielsweise einen Heile-Welt-Hintergrund wie aus einem Kinderbuch für Portugal, tanzende Wasserleichen für Kroatien oder die Vampirshow für Moldawien. Anderswo flog mal eben ein Delphin im All umher – weswegen auch immer – und die Ukraine versuchte mit ein paar bizarren Gladiatoren zu punkten. Auch der grüne Glitzerspiderman für Albanien war wirklich amüsant und für Finnland pseudorappt ein Opi vor brennenden Mülltonnen.

Auch an Schleimbeuteln hatte der ESC mal wieder einiges zu bieten. Neben Deutschlands Oscar war vor allem der griechische Interpret das eine oder andere Igitt wert – das Hemd aufgeknöpft bis zum Nabel und viel zu kurz, die Hose ausgestopft  und das alles in einem strahlenden Weiß.

Wenn euch einige der Songs höchst bekannt vorkamen, ist das kein Wunder. Dänemark hat seinen eigenen Ronan-Keating-Verschnitt ins Rennen geschickt, beim finnischen Auftritt kam man sich plötzlich vor wie bei einem DJ-Bobo-Konzert, und auch die türkischen und spanischen Songs erinnern uns an irgendetwas… ach ja, an die letzten ESC-Jahre. Auch die Melodie des Beitrags aus Bosnien-Herzegowina kommt mir wahnsinnig bekannt vor… ich bin für jeden Tipp dankbar, der mir da weiterhilft :)

Letztendlich hat dann Norwegen gewonnen: Ein unschuldiger Geigenspieler hat mit seinem braven Liedchen ein Rekordergebnis eingefahren. Und ich frage mich immer noch warum. Ich will nicht sagen, dass der Sieg unverdient ist – so groß war die Konkurrenz nun wirklich nicht. Aber so dolle war der Song nun auch wieder nicht, dass beinahe die doppelte Punktzahl des Zweitplatzierten gerechtfertigt wäre. Nun, das bleibt wohl eines der großen Geheimnisse der Menschheit…

Bei Popkulturjunkie gabs übrigens einen netten Liveblog mit allen Scheußlichkeiten zum Nachlesen  :)

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Musikvergewaltigungen und ihre Jurys

Ich glaube, ich muss mich hier jetzt mal outen: Ja, ich bin ein Fan des Grand Pix, inzwischen unbenannt in den Eurovision Song Contest. Ja, ich weiß, dass die Musik zu 40% Prozent aus grauenhaftem Popgedudel und zu weiteren 40 % aus grauenhaften Balladengejaule besteht. Und 10 – 20 % (je nach Jahr) sind einfach nur grauenhaft. Manchmal schäme ich mich regelrecht dafür, dass ich mich brav jedes Jahr mit meinem Vater vor den Fernseher setze und – same procedure as every year – mich über die Punkteschieberei zwischen den östlichen Ländern und unsere grauenhafte Interpretenauswahl aufrege.

Aber dieses Jahr soll alles anders werden.

Zunächst einmal: Unser Vertreter ist auch dieses Jahr wieder absolut grauenhaft. Ein schmieriger Schleimlappen singt ein leidenschaftsloses Lied mit einem Text, den ein Schüler mit nicht mal einem Jahr Englischunterricht zusammenstöpseln könnte und einem Titel, dass einem das Hirn zu den Ohren rausfliegt – furchtbar. Insoweit bleibt alles beim Alten.
Doch anstatt der Punkteschieberei zwischen Nachbarländern bekommen wir diesmal eine Jury, die die Hälfte der Punkte vergeben soll. Eine richtige Fachjury – angeblich, denn mit dem Begriff Fachjury wird heutzutage geradezu inflationär umgegangen. Wir können wohl froh sein, dass uns diesmal der unsägliche Bohlen erspart bleibt. Aber wer sitzt denn nun in der Fachjury für Deutschland? Da hätten wir…

… H.P. Baxxter – hat mir erst gar nichts gesagt, bis ich den Kerl auf dem Foto erkannt habe. Was zum Teufel hat der Frontmann von Scooter in einer Musikfachjury zu suchen?? Was hat Scooter überhaupt mit Musik zu tun? Was zum Teufel sollte einen Mann, der so geistreiche und melodische Texte wie „Hyper Hyper“ und „I feel hardcore“ ins Mikro brüllt, für die Bewertung von Musik qualifizieren?

… Jeanette Biedermann – ist schon ein bisschen qualifizierter, zumindest mit grauenhaftem Popgedudel kennt sie sich aus. Aber eigentlich finde ich es geradezu beleidigend, dass dieses Popprinzesschen für Deutschland entscheiden soll, was gute Musik ist. Jeanie, bleib lieber beim Slowly Dancing.

… Guildo Horn – moment: Guildo Horn?? Oh nein, bitte nicht… Guildo und gute Musik ist in etwa wie Körpergeruch und Deo. Das eine hebt das andere auf.

… Sylvia Kollek – who the fuck is Sylvia Kollek? Scheint eine Musikmanagerin zu sein und – irks – war auch schon Jurymitglied bei DSDS.

… Tobias Künzel – naja, wäre nicht meine erste Wahl, aber Die Prinzen sind ganz in Ordnung. Abgesehen davon ist er der einzige studierte Musiker in der Jury.

Ich weiß nicht, anhand dieser wirklich hervorragenden Fachjury drängt sich mir doch die Frage auf, ob es wirklich so schwer ist, qualifizierte Musikkenner zu finden. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Frontmann von Scooter und Guildo Horn in der Jury sitzen.
Nun, ob das das Punkteproblem löst, werden wir sehen. Seltsam, dass mich die neue Regelung so stört – wahrscheinlich gehörte das Meckern einfach dazu. Und ich sehe es schon kommen: Das neue Feindbild werden Jurys sein, die Länderpunkte an so grauenhafte Musikvergewaltigungen wie „Miss Kiss Kiss Bang“ vergeben. Ich freue mich schon drauf… ;)

Das unglaublich interessante Leben des unglaublich berühmten Boris Becker

Ich glaube, mir wird schlecht: Ex-Tennisstar Boris Becker, der in den letzten Jahren eigentlich nur noch mit seinen dubiosen Affären und Besenkammergeschichten von sich reden macht, hat jetzt seinen eigenen Online-Video-Kanal. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, bei der Bild. Dort zeigt er „private Clips“ rund um sein Leben und seine Liebe. Ich glaube, es existiert wirklich nichts auf der Welt, was mich so sehr interessiert wie das Leben eines abgehalfterten Extennisspielers, der verzweifelt versucht, sein Leben an die Boulevardpresse zu verkaufen.

Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich immer wieder, was so toll an Prominenten sein soll. Da wird ein dermaßener Personenkult um jemanden veranstaltet, der inzwischen eigentlich nur noch dadurch bekannt ist, dass die Medien über jeden Schritt dieser Person berichten – da beißt sich die Katze doch selbst in den Schwanz. Nehmen wir als Beispiel mal Boris Becker. Vor 10 Jahren hat er sich vom aktiven Profisport zurückgezogen. Trotzdem nimmt die Boulevardpresse jede Affäre und jeden öffentlichen Auftritt von ihm als Anlass, von ihm zu berichten. Ich persönlich habe den guten Boris eigentlich immer nur als unrasiertes, allgegenwärtiges Rotgesicht erlebt, der mal wieder irgendwo auf der Welt eine bis dahin völlig unbekannte Frau in einer Besenkammer geschwängert hat und die danach auch wahnsinnig berühmt war. Oder den man bei Stefan Raab schlagen oder im Poker besiegen durfte.
Dabei ist das noch nicht mal das schlimmste Beispiel: Noch viel lustiger ist der Personenkult um irgendwelche Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie berühmt sind – oder warum. Diese ganzen unsäglichen Z-Promis wie die grauenhafte Kader Loth, die uns als berühmte Society-Lady verkauft wird und die nur deshalb noch nicht wieder in ihrem Loch verschwunden ist, weil zig „Lifestyle“-Magazine nicht müde werden, über diese Frau zu berichten. Oder irgendwelche seltsamen Adeligen wie Xenia von Sachsen oder dieser Unsympath, der bei „Die Burg“ der ach so berühmten Kader in den Waschzuber gepinkelt hat und dessen Namen ich zum Glück nicht mehr weiß. Warum zur Hölle sind diese Menschen so allgegenwärtig? Weil RTL sonst Probleme hätte, Leute für ihr Dschungelcamp zu finden?

Gut, vielleicht gibt es tatsächlich Leute, die sich gerne das Leben von Boris Becker anschauen. Es gibt schließlich auch genug Gala-Leser und taff-Fans.

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