Alles Super, SPD!

Ach, nur eine kurze Meldung, die ich eigentlich schon vor Tagen bloggen wollte:

Die Freie Union ist nicht der einzige Fall von akuter Promigeilheit. Ratet mal, wen sich die SPD ins Boot geholt hat? Die Supernanny Katarina Saalfrank! Und wie das aussieht, wenn unser Urselchen und die Supernanny aufeinandertreffen, das wissen wir ja:

Prominente Unterstützung von der Supernanny, die nun auch RTL-Abstinenzler auf den Wecker gehen und deutschlandweit Kinder traumatisieren (PDF) darf.

Ich frage mich ja, was als nächstes kommt. Markus Majowski macht Werbung für die CDU, die Supernanny unterstützt die SPD und die Freie Union hat Kader Loth. Um dagegen anzukommen, sollten sich die FDP und die Grünen am Besten auch prominente Unterstützer suchen. Dieter Bohlen als potentieller Kultusminister wäre noch frei. Und Peter Zwegat wird der neue Finanzminister. Juhu!

Deutschland sucht den Bobo-Tänzer

Kaum wurde Germanys next Topmodel aka Die Heidi-Klum-Klon-Show endlich beendet, nimmt schon das nächste unnötige Format den Sendeplatz ein: Heute war die erste Folge von „Germanys next Showstar“.

Auch hier treffen wir mal wieder auf eine hochprofessionelle Jury – Elton, der ehemalige Handlanger vom Raab, der sich heutzutage ganz gerne mit Simon prügelt, Verona „Da werden Sie geholfen“ Feldbusch Pooth, die vom Main-Netz mal eben zur Entertainerin hochstilisiert wurde (Entertainerin?? WTF????), und DJ Bobo.

… moment mal, DJ Bobo? Den gibts noch??

Tatsächlich, der Gute will demnächst tatsächlich auf Tour gehen. Und dafür sucht er noch… ja, genau! Showstars!! Und so hat Otto Normalbegabter die Riesenchance, mit Hilfe von ProSieben mit DJ Bobo auf Tour zu gehen. Ist das nicht der absolute Wahnsinn?! Wer will das nicht, mit dem ollen Bobo zu Chihuahua abzudancen?
Naja, wenn man sich erst mal vor Superhypermegaentertainerin Verona und dem ProSieben-Publikum zum Affen gemacht hat, ist DJ Bobo wohl gar nicht mehr so schlimm. Und so ein Wackeldackel ist ja auch ganz nett, sollte es mit den Showstars nicht klappen.

Ich warte ja immer noch auf ein tolles RTL-Special mit Sonja Zietlow – „Die 10 unnötigsten Privatsendershows“, mit tollen Highlights wie dem Dschungelcamp, Popstars, Mascerade, Germanys next wasauchimmer und Bauer/Graf/Müllsammler sucht Frau. Hach, wär das schön.

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Das unglaublich interessante Leben des unglaublich berühmten Boris Becker

Ich glaube, mir wird schlecht: Ex-Tennisstar Boris Becker, der in den letzten Jahren eigentlich nur noch mit seinen dubiosen Affären und Besenkammergeschichten von sich reden macht, hat jetzt seinen eigenen Online-Video-Kanal. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, bei der Bild. Dort zeigt er „private Clips“ rund um sein Leben und seine Liebe. Ich glaube, es existiert wirklich nichts auf der Welt, was mich so sehr interessiert wie das Leben eines abgehalfterten Extennisspielers, der verzweifelt versucht, sein Leben an die Boulevardpresse zu verkaufen.

Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich immer wieder, was so toll an Prominenten sein soll. Da wird ein dermaßener Personenkult um jemanden veranstaltet, der inzwischen eigentlich nur noch dadurch bekannt ist, dass die Medien über jeden Schritt dieser Person berichten – da beißt sich die Katze doch selbst in den Schwanz. Nehmen wir als Beispiel mal Boris Becker. Vor 10 Jahren hat er sich vom aktiven Profisport zurückgezogen. Trotzdem nimmt die Boulevardpresse jede Affäre und jeden öffentlichen Auftritt von ihm als Anlass, von ihm zu berichten. Ich persönlich habe den guten Boris eigentlich immer nur als unrasiertes, allgegenwärtiges Rotgesicht erlebt, der mal wieder irgendwo auf der Welt eine bis dahin völlig unbekannte Frau in einer Besenkammer geschwängert hat und die danach auch wahnsinnig berühmt war. Oder den man bei Stefan Raab schlagen oder im Poker besiegen durfte.
Dabei ist das noch nicht mal das schlimmste Beispiel: Noch viel lustiger ist der Personenkult um irgendwelche Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie berühmt sind – oder warum. Diese ganzen unsäglichen Z-Promis wie die grauenhafte Kader Loth, die uns als berühmte Society-Lady verkauft wird und die nur deshalb noch nicht wieder in ihrem Loch verschwunden ist, weil zig „Lifestyle“-Magazine nicht müde werden, über diese Frau zu berichten. Oder irgendwelche seltsamen Adeligen wie Xenia von Sachsen oder dieser Unsympath, der bei „Die Burg“ der ach so berühmten Kader in den Waschzuber gepinkelt hat und dessen Namen ich zum Glück nicht mehr weiß. Warum zur Hölle sind diese Menschen so allgegenwärtig? Weil RTL sonst Probleme hätte, Leute für ihr Dschungelcamp zu finden?

Gut, vielleicht gibt es tatsächlich Leute, die sich gerne das Leben von Boris Becker anschauen. Es gibt schließlich auch genug Gala-Leser und taff-Fans.

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