Rette deine Freiheit

Der neueste Geniestreich der Macher von „Du bist Terrorist“:

„Du bist Terrorist“ hat mir zwar besser gefallen, aber auch dieses Video ist wirklich gut. Und für die ganz Doofen wird auf der Website sogar die Ironie erklärt, ihr könnt den Link also sogar an unser Urselchen schicken.

Ich wollte übrigens eigentlich noch etwas zu dem TV-Schläfchen von Angie und Steini schreiben – eine bessere Steilvorlage kann man mir ja kaum bieten -, aber ich bin bisher noch nicht dazu gekommen, mir das Video noch mal anzusehen. Wahrscheinlich schreibe ich heute abend oder morgen noch etwas dazu.

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Leyenhafte Textbausteine

Falls ihr mal ein bisschen Zeit habt, könnt ihr euch ja mal die Abgeordnetenwatch-Seite von unserer lieben Uschi angucken. Besonders schön finde ich diese Antwort, die sehr gut zeigt, dass nur die Reizwörter „Kinderpornografie“ und „Internetsperren“ fallen müssen – und schon plappert Ursel automatisiert los, ohne überhaupt die Frage zu lesen. Wer beabsichtigt, eine dahingehende Frage zu stellen – vergesst es. Die werden nämlich nicht beantwortet, es gibt nur Propaganda-Blabla. Aber das ist ja nichts Neues :)

Der rechtsfreie Chaosraum

Ich habe ja fürchterliche Angst vor dem so genannten „rechtsfreien Raum“, dem Internet. Dort werden Kinder vergewaltigt und Urheberrechte verletzt. Wirklich, jedes mal, wenn ich meinen Computer hochfahre und mich in dieses Internet einwähle, bekomme ich eine Gänsehaut – was ist, wenn jetzt einer dieser gesetzlosen Cyberkriminellen auftaucht und mich mobbt? Jederzeit könnte einer dieser Verbrecher auftauchen und meine Menschenwürde verletzen. Und es hätte keinerlei Konsequenzen für ihn!
Ich habe mir ja schon überlegt, ob ich mir nicht einfach nur schnell meine E-Mails ausdrucken soll und dann ganz schnell das Modem ausschalten soll. Aber Druckerpatronen sind ziemlich teuer.

Zum Glück haben unbescholtene, hilflose Bürger wie ich ja eine Vertreterin und Verteidigerin im Bundestag. Ursula von der Leyen kümmert sich um uns. Wenn ich jetzt im Internet rumsurfe, gibt es Stopschilder, so dass ich weiß, dass das, was auf dieser Seite befindet, böse ist. Ich finde es gut, dass ich diese bösen Dinge nicht mehr sehen muss. Und auch die Bösen können diese bösen Dinge nicht mehr sehen – dadurch haben sie keine Möglichkeit mehr, böse zu sein, und werden gut. Dann gibt es bald keine Bösen mehr, sondern nur noch Gute.

Aber noch sind wir nicht so weit. Denn auch wenn man manche bösen Dinge nicht mehr sehen kann, sind andere böse Dinge immer noch sichtbar. Jetzt habe ich erfahren, dass das Internet nicht nur ein rechtsfreier Raum ist, sondern sogar ein rechtsfreier Chaosraum. Das finde ich nicht gut. Chaos macht mir Angst.

Ursula sagt, dass im Internet hemmungslos gemobbt, beleidigt und betrogen werden kann. Deshalb überlegt sie sich jetzt, wie man Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten kann.
Das mit dem richtigen Maß finde ich gut. Weil Meinungsfreiheit ist nämlich nicht immer gut. Wenn irgendjemand die Ursula mobbt, dann muss die Ursula doch die Möglichkeit haben, das jemandem zu sagen. Und sie muss auch „Stop“ sagen dürfen. Dafür gibt es dann die Stopschilder. Dann hat der böse Mobber nicht mehr die Möglichkeit, andere zu mobben und verletzt Ursulas Menschenwürde nicht mehr.

Noch größere Angst habe ich aber vor den Terroristen, vor denen der Wolfgang Schäuble immer warnt. Der Wolfi sagt nämlich, dass die übers Internet andere Menschen zu Terroristen machen. Das finde ich ganz schlimm. Deshalb soll der Wolfi da auch ein Stop-Schild aufstellen. Dann können die Terroristen keine anderen Menschen mehr zu Terroristen machen und die Terroristen sterben aus. So einfach ist das.

Natürlich gibt es diese ganzen schlimmen Sachen auch in der echten Welt. Aber die ist ja nicht rechtsfrei, da haben wir ganz viele Gesetze. Im Internet gibt es die nicht und wenn es doch Gesetze gibt, dann befolgt die keiner. Der Udo Vetter sagt zwar, dass das nicht stimmt, aber der ist auch Anwalt und schreibt ganz viele Sachen, die ich nicht verstehe. Er hat bestimmt unrecht, sonst könnte der die Sachen ja auch so schreiben, dass ich sie verstehe.
Deshalb finde ich es voll gut, dass Ursula sich um das Internet kümmert. Dann muss ich keine bösen Sachen mehr sehen und werde auch nicht gemobbt und betrogen.

Ich finde aber auch, dass Ursula sich mal um die Größe des Internets kümmern sollte. Das ist doch viel zu groß, da findet sich keiner mehr zurecht. Und zu jedem Thema stehen ganz viele verschiedene Sachen drin. Wenn ich wissen will, welches die beste Partei ist, sagt jeder etwas anderes. Das verwirrt mich. Manche Leute schreiben sogar, dass die CDU doof ist. Ich finde nicht, dass die das dürfen. Hoffentlich macht die Ursula da bald was. Dann kann ich auch endlich das Internet ausdrucken, ohne dass ich viel zu viel Geld für Druckerpatronen ausgeben muss.

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Vodafone-Werbung! Lasst ihn teeren und federn!

Ich hab mir ja wirklich lange überlegt, ob ich etwas zu der Tatsache schreiben soll, dass viele der zensurkritischen Blogs jetzt Werbung für den Zensurprovider der ersten Stunde Vodafone schalten. Aber eigentlich habe ich dazu keine große Lust. Deshalb nur ein paar Worte zu diesem Thema:

Ich hätte diesen Mist aus den verschiedensten Gründen nicht auf meinem Blog zugelassen. Aber nur weil manche Menschen jetzt Vodafone-Werbung auf ihrer Seite haben, fliegt noch lange kein Blog aus meinen Feeds oder ähnliches. Und wer jetzt ununterbrochen rumkrakeelt, dass diese Leute ihre Prinzipien verraten haben, sollte mal wieder auf den Teppich kommen. Es ist mir zwar nicht egal, aber mir ist meine Zeit zu kostbar, als dass deswegen ich ständig rumheulen müsste. Ich schätze den Inhalt, nicht das Umfeld. Für nervige Werbung habe ich Adblock.

Und ich finde es sehr schade, dass von mir eigentlich sehr gerne gelesene Blogs wie F!XMBR eine regelrechte Hexenjagd auf die betreffenden Blogger veranstalten. Das wird zu einer regelrechten Staatskrise aufgebauscht – dabei hätte ich davon nicht einmal etwas mitbekommen, da Adblock bisher noch jeden Müll weggefiltert hat.

Und sind wir doch mal ehrlich: Das Problem ist nun wirklich nicht ein einzelner Provider, sondern unsere Regierung, allen voran die Ursel. Sooo wichtig ist Vaderfone nun auch wieder nicht.

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Bundesrat winkt Sperren durch

Ich hatte es heute nachmittag ja schon getwittert: Wie nicht anders erwartet, hat der Bundesrat heute dem Zensurgesetz zugestimmt (bzw. nicht den Vermittlungsausschuss angerufen, was natürlich auf das gleiche hinausläuft). Die verfassungsrechtlichen Bedenken waren offenbar doch nicht stark genug.

Die Rede der bayrischen Justizministerin Merk hat den zu erwartenden Brechreizfaktor. Und mal wieder wird es so dargestellt, als ob die Netzsperren Kindesmissbrauch verhindern könnten. Aber geistigen Dünnschiss sind wir inzwischen ja gewohnt.

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Fremdschämen

Kennt ihr das Phänomen des Fremdschämens? Man sieht oder liest etwas, das so peinlich ist, dass man es einfach nicht ansehen kann. Dieses Phänomen sorgt dafür, dass ich keine Talkshows ansehen und keine CSU-Reden anhören kann.

Werbung sorgt bei mir nur selten für diesen Effekt (wobei die Vanish-Werbung schon sehr grenzwertig ist). Wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht einfach abgestumpft. Die neue Vodafone-Werbung ist allerdings dermaßen peinlich, dass ich allein beim Anschauen gerne ein wenig sterben würde:

Für den Spot wurden übrigens über 20 Millionen Euro ausgegeben. Für das Geld hätte ich mir auch ein wenig Blödsinn ausdenken und verwirklichen können, kein Problem.
Vorzeige-„Netizen“ ist mal wieder Sascha Lobo. Den kannte ich übrigens gar nicht, bevor die NEON einen Artikel darüber gebracht hatte, wie bedeutend der doch ist. So kann man auch jemanden hypen – „Boah, der muss aber wichtig sein! Alle schreiben nämlich, dass der total wichtig ist!“.

So richtig fies ist allerdings der Vodafone-Blog-Eintrag: Da wird tatsächlich über die „Generation Upload“ schwurbuliert und dass man sich mit Hilfe von Vodafone selbst verwirklichen könnte.

Die „Generation Upload“ ist Herr über ihre Zeit. Sie nutzt moderne Kommunikationstechnologien nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr als Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Es sind normale Menschen wie Du und ich. Und doch oder gerade deswegen sind sie die Helden von heute.

Boah, yeah, ich bin eine Bloggerin und deshalb bin ich eine Heldin! Bekomme ich jetzt auch ein Cape und eine coole Maske?
Aber hey, Vodafone ist selbst ja auch sowas von „Web 2.0“ und „Generation Upload“ – man kann ihnen sogar auf Twitter folgen (wer auch immer das tun möchte…) und sie bei Facebook adden! Und der Lobo, der ist ja auch total „Generation Upload“ und nutzt das „Empowerment“ von Vodafone (Empowerment? WTF?).
Ja, da wird grad ein ganz neues, voll hippes Image aufgebaut – und plötzlich sind wir alle Helden und kaufen jetzt nur noch Vodafonezeugs. Thomas Knüwer hat sich darüber auch schon schön ausgelassen.

Vodafone ist nebenbei auch einer der Provider, der Urselchens Zensurverträge freiwillig unterschrieben hat. „Empowering“ BKA. Aber das nur am Rande.

Bah. Noch nie war mir mein Handyvertrag so peinlich.

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Jög Tauss im Bundestag

Man kann von Tauss halten, was man will – die heutige Rede im Bundestag war einfach großartig:

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